Politik

Mexiko-Stadt zu unruhig Fox on the run

Wegen der anhaltenden Proteste gegen das mexikanische Wahlergebnis wird der scheidende Präsident Vicente Fox seinen traditionellen Unabhängigkeitsruf nicht in der Hauptstadt zelebrieren.

Um Ausschreitungen zu vermeiden, wolle Fox am Freitag den alljährlichen "Grito de la Independencia" nicht wie üblich auf dem zentralen Hauptplatz in Mexiko-Stadt ausrufen, sagte Innenminister Carlos Abascal. Stattdessen werde der Präsident den zeremoniellen Ausruf "Viva Mexico!" am Vorabend des Nationalfeiertages in der Stadt Dolores Hidalgo feiern. Dort hatte der Nationalheld Miguel Hidalgo 1810 einen Aufstand gegen die spanische Kolonialmacht angezettelt, der schließlich zur Unabhängigkeit der Mexikaner vom spanischen Königreich führte. Die Stadt liegt außerdem im konservativen Bundesstaat Guanajuato, aus dem der rechtsliberale Fox stammt.

Nach monatelangem Streit über das Ergebnis der Präsidentenwahl vom Juli hatte das oberste Wahlgericht Fox' Parteikollegen Felipe Calderon Anfang September endgültig zum Sieger erklärt. Die umstrittene Niederlage des knapp unterlegenen Linkskandidaten Andres Manuel Lopez Obrador wollen dessen Anhänger aber weiterhin nicht akzeptieren. Lopez Obrador fühlt sich ebenfalls um seinen Sieg betrogen und will nun eine Art Parallelregierung ins Leben rufen.

Auf dem zentralen Platz Zocalo in Mexiko-Stadt campieren seit Wochen Anhänger des Linkskandidaten, um gegen das Wahlergebnis zu protestieren. Beobachter befürchten, dass es am Nationalfeiertag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Soldaten kommen könnte.

Quelle: ntv.de