Politik

Elyse-Feiern in Berlin Französische Botschaft eröffnet

Frankreich ist in der deutschen Hauptstadt wieder mit einer Botschaft am angestammten Pariser Platz vertreten. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac und Bundespräsident Johannes Rau bekräftigten bei der Eröffnung des 40 Mio. Euro teuren Neubaus am Brandenburger Tor am Donnerstag, die deutsch-französische Freundschaft zu vertiefen und Hand in Hand am Aufbau eines neuen Europa mitzuwirken.

In der Feierstunde im festlichen Rahmen mit Soldaten der republikanischen Garde Frankreichs sprach Chirac in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder von einem historischen Augenblick in der wechselvollen Geschichte beider Länder. Dies gelte auch für die Botschaft in Berlin, die nun an den Ort zurückgekehrt sei, an dem sie seit 1860 schon drei Mal geschlossen und nun wiedereröffnet wurde.

"Durch diese Botschaft wird Frankreich strahlen können von Berlin und vom Herzen Deutschlands aus." Chirac betonte, Deutschland und Frankreich wollten ihre Bande noch enger knüpfen und noch mehr als bisher miteinander reden. "Das große Abenteuer der deutsch-französischen Zusammenarbeit ist noch lange nicht beendet." Beide Länder hätten eine ganze besondere Rolle zu spielen, "und das werden sie auch tun".

Erinnerung an Tote und Verletzte

Rau erinnerte daran, dass an der Stelle der Botschaft früher ein Schussfeld im getrennten Deutschland gewesen sei, wo Menschen daran gehindert worden seien, von einem Teil ihres Landes in den anderen zu gelangen. Hier habe es Verletzte und Tote gegeben. Wer das erlebt habe, werde das nicht vergessen können und umso mehr Freude darüber empfinden, dass an dieser Stelle nun eine Brücke deutsch-französischer Verständigung entstanden sei. "Wir wünschen uns, dass der Geist, der von dieser Botschaft ausgeht, nicht begrenzt bleibt auf Diplomaten und Politiker."

Zum Abschluss der Feierstunde, bei der beide Staatsmänner auch eine Gedenktafel enthüllten, erklangen die Nationalhymnen beider Länder. Zu den Ehrengästen der Botschaftseröffnung gehörten auch zahlreiche Prominente aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur, darunter der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sowie die Schauspieler Mario Adorf und Hardy Krüger.

"Der Denker" am Brandenburger Tor

Die Botschaft am Pariser Platz, auf dem ein Abguss der berühmten Plastik "Der Denker" von Auguste Rodin aufgestellt wurde, entwarf der Pariser Architekt Christian de Portzamparc.

Zuvor hatten Chirac und Schröder auf dem Gelände der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin ein Denkmal enthüllt, das die Väter des historischen Elyse-Vertrages von 1963, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, würdigt. Daran hatte auch die Söhne Max Adenauer und Philippe de Gaulle teilgenommen, die sich vor dem Denkmal die Hände reichten, ebenso wie Schröder und Chirac.

Quelle: n-tv.de

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