Politik

Deportationen im Zweiten Weltkrieg Französischer Bahn droht Klage

Im Zweiten Weltkrieg hat sich die Französische Staatsbahn, die SNCF, an der Deportation von rund 75.000 französischen Juden beteiligt. Dafür soll sie nun Hinterbliebene und Überlebende entschädigen - geht es nach einem Gesetzentwurf, der nun im US-Kongress eingebracht wird.

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Das Unternehmen betont, zu der Deportation gezwungen worden zu sein.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Der französischen Staatsbahn SNCF droht möglicherweise eine Klagewelle in den USA wegen ihrer Beteiligung an der Deportation von Juden im Zweiten Weltkrieg. Demokraten und Republikaner haben einen Gesetzentwurf in den US-Kongress eingebracht, der Holocaust-Überlebenden und Hinterbliebenen von Opfern Entschädigungsklagen gegen die SNCF ermöglichen soll.

Der Entwurf wird sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat beraten. Beide Kammern müssen sich nun auf ein gemeinsames Gesetz einigen, das auch der Zustimmung von US-Präsident Barack Obama bedarf.

SNCF entschuldigt sich

"Nichts kann die von Nazi-Deutschland und seinen Kollaborateuren begangenen Grausamkeiten wieder gutmachen, aber jedes Stück Gerechtigkeit ist wichtig", begründete die demokratische Abgeordnete Carolyn Maloney die Initiative.

Die SNCF, die sich in den USA um lukrative Aufträge für den Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken bewirbt, hatte sich bereits offiziell für ihre Rolle während des Zweiten Weltkrieges entschuldigt. Allerdings betonte das Unternehmen, von den deutschen Besatzern gezwungen worden zu sein, an der Deportation von 75.000 französischen Juden mitzuwirken.

Quelle: n-tv.de, AFP

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