Politik

Aktiv im Krieg gegen Rebellen Franzosen kämpfen in Mali

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Hollande teilt seinen Landsleuten mit, dass französische Soldaten seit Freitagnachmittag aktiv in Mali kämpfen.

(Foto: REUTERS)

Frankreich schickt Truppen nach Mali. Die Einheiten unterstützen seit Nachmittag die einheimische Armee gegen vorrückende islamistische Rebellen. Um wieviele Soldaten es sich handelt, teilen weder Frankreich noch Mali mit. Die UN hatten den Einsatz abgesegnet.

Französische Soldaten sind aktiv an den Kämpfen im westafrikanischen Mali beteiligt. Das gab der französische Präsident François Hollande am Abend in Paris bekannt. Der Einsatz werde "so lange wie nötig" dauern. Die französischen Truppen unterstützen demnach den Kampf gegen islamistische Einheiten.

Einen Alleingang ohne internationale Entscheidung hatte Hollande abgelehnt. Am Donnerstag hatte sich der Sicherheitsrat für eine schnelle Entsendung einer internationalen Truppe nach Mali ausgesprochen. Frankreich werde sich "streng im Rahmen" der Beschlüsse des Sicherheitsrats bewegen, heißt es aus Paris.

Mit den Franzosen sind auch Truppen aus Senegal und Nigeria im aktiven Einsatz gegen die vorrückenden islamistischen Rebellen.

Per Brief ruft Mali um Hilfe

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Das ehemals demokratische Vorzeigeland Westafrikas versinkt mittlerweile im Chaos.

(Foto: dpa)

Zuvor hatte Malis Präsident Dioncounda Traoré in einem B rief an Hollande und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon um Hilfe für sein Land gebeten. Auf Einzelheiten und Details der benötigten Hilfe sei der Brief aus Mali nicht eingegangen, sagte die US-Botschafterin Susan Rice "Grundsätzlich stand darin: Frankreich, hilf!" Die USA werde sich finanziell an der Mission beteiligen, kündigte Rice an.

Der Entschluss ist eine Abkehr von der bisherigen französischen Position. Bisher hatte Paris auf ein multinationales Engagement gesetzt. Die malischen Streitkräfte sollten durch europäische Ausbilder gestärkt werden, um so den Kampf mit den Rebellen aufnehmen zu können. Durch die jüngste Offensive, der die reguläre Armee wenig entgegenzusetzen hatte, ist Paris unter Zugzwang gekommen. Es leben immerhin 6.000 Franzosen in dem westafrikanischen Land.

Ziel der Islamisten ist es, einen Gottesstaat mit islamischer Rechtsordnung zu errichten. Im Norden des Landes haben sie bereits die Scharia eingeführt. Die Rebellen konnten mit ihrem Vorstoß die Stadt Konna im Zentrum Malis einnehmen. Diese soll jetzt zurückerobert werden.

Die Islamisten wüten in einem unwegsamen Wüstengebiet, in dem sie sich auskennen. Für die AFISMA ("African-led International Support Mission in Mali") könnte die Intervention in einem Desaster enden. Sahel-Experte Jeremy Keenan von der Universität London warnt: "Das Problem könnte zweifellos auf andere Länder überschwappen, Mauretanien, Libyen, Tschad, Niger, Burkina Faso, Senegal... Das wäre eine absolute Katastrophe."

Die schlecht ausgebildeten Truppen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas seien derzeit unbrauchbar, fügte er hinzu. "Es wird ein Jahr dauern, um die Truppen richtig zu trainieren - und wer soll das bezahlen? Das kostet mindestens 200 Millionen Dollar, und niemand ist scharf darauf, dafür aufzukommen."

Berlin empfiehlt die Ausreise

Die Bundesregierung empfahl deutschen Bürgern in Mali, das Land zu verlassen. Jeder, dessen Aufenthalt in Mali nicht unbedingt erforderlich sei, solle Mali "mit den noch bestehenden kommerziellen Möglichkeiten" verlassen, teilte das Auswärtige Amt mit. Vor Reisen in das afrikanische Land wird bis auf weiteres gewarnt. Besonders im "jeder staatlichen Kontrolle" entzogenen Nordosten bestehe für Ausländer ein hohes Risiko, Opfer von Entführungen oder anderer Gewaltverbrechen zu werden.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa