Politik

Video auf Youtube veröffentlicht Frau gegen Religionspolizei

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Auf Youtube wurde der Film mehr als 1,1 Millionen Mal angeklickt. Die Kommentare waren aber überwiegend negativ.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Religionspolizei in Saudi-Arabien ist berüchtigt. Sie verbietet Frauen unter anderem das Steuern von Autos und achtet auf die korrekte Verschleierung von Kopf bis Fuß. Jetzt hat sich eine von einer Patrouille angegriffene Frau zur Wehr gesetzt und die Szenen auf Youtube veröffentlicht.

Ein selbstgedrehtes Video einer Frau, die sich in Saudi-Arabien mit der gefürchteten Religionspolizei angelegt hat, ist auf der Internetplattform Youtube von mehr als einer Million Menschen aufgerufen worden. In dem Video ist zu sehen, wie die Frau von einer Patrouille der Religionspolizei aufgefordert wird, wegen ihrer lackierten Fingernägel ein Einkaufszentrum in der Hauptstadt Riad zu verlassen. Die Frau weigert sich und greift die bärtigen Sittenwächter verbal an: "Ich werde nicht gehen", sagt sie. "Ich möchte wissen, was du dagegen machen kannst", sagt sie zum Patrouillenchef.

"Es geht euch nichts an, ob ich Nagellack trage", sagt die Frau, die in dem Video nicht zu sehen ist. "Ihr seid nicht für mich verantwortlich." Die Regierung habe solche Patrouillen verboten. "Eure Aufgabe ist es nur, die Menschen zu beraten." Während des Filmens sagt sie, sie werde das Video bei Youtube und Facebook veröffentlichen.

Großes Interesse auf Youtube

Auf Youtube wurde der Film bis jetzt mehr als 1,1 Millionen Mal angeklickt. Unter den 12.000 Kommentaren fand sich dabei überwiegend Kritik an der Frau: Diese sei "schamlos", hieß es, sie habe sich "prostituiert". Andere bezeichneten die Frau als "Schlampe" oder "Hure". Während 1700 Menschen durch ihren Klick äußerten, das Video zu mögen, klickten 8000 Menschen "gefällt mir nicht".

Die Religionspolizei in Saudi-Arabien verbietet Frauen das Steuern von Autos, achtet auf die korrekte Verschleierung von Kopf bis Fuß, verbietet öffentliche Unterhaltung und achtet darauf, dass Geschäfte zu den Gebetszeiten schließen. Seit im Januar der als moderat geltende Scheich Adullatif Abdel Asis al-Scheich zum Chef ernannt wurde, wurden einige Reformen vorgenommen.

Zunächst wurde der Einsatz freiwilliger Helfer eingestellt, denen häufig Machtmissbrauch vorgeworfen wurde. Außerdem darf die Religionspolizei Frauen nicht mehr mit ihren Forderungen belästigen, und sie darf keine harten Strafen mehr androhen.

Quelle: ntv.de, AFP

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