Politik
Mittwoch, 23. Januar 2008

Wieder einer weniger: Fred Thompson steigt aus

Der Republikaner Fred Thompson zieht sich aus dem Rennen um die US-Präsidentschaft zurück.

Der Ex-Schauspieler - in Deutschland bekannt aus seiner Rolle als Staatsanwalt in der Fernsehserie "Law & Order" - hatte bisher bei den Vorwahlen schlecht abgeschnitten und entschied sich nun dagegen, seine Bewerbung weiterzuverfolgen. "Ich hoffe, dass mein Land und meine Partei davon profitiert haben, dass wir angetreten sind", teilte er mit.

Thompson war bis 2002 Senator für den Bundesstaat Tennessee. Er war "Visiting Fellow" des neokonservativen Think Tank "American Enterprise Institute". Als er im September in den Wahlkampf einstieg, galt er als einer der Favoriten. Lag er in Umfragen anfangs noch auf Platz zwei bei den Republikanern, schwand die Zustimmung der Wähler bald dahin. Viele trauten dem 65-Jährigen nicht zu, das Präsidentenamt stark genug zu wollen. Bei der Vorwahl in South Carolina am Samstag, die Senator John McCain aus Arizona gewann, erreichte Thompson einen abgeschlagenen dritten Platz.

Umfrage: Obama klar vor Clinton

Bei den Demokraten zieht unterdessen Barack Obama vor allem dank der Unterstützung schwarzer Wähler als klarer Favorit in die nächste Runde der US-Vorwahlen am Samstag. In einer neuen Umfrage sprachen sich 43 Prozent der Wähler in South Carolina für den afroamerikanischen Senator aus Illinois aus. Ganze 18 Punkte dahinter rangierte seine schärfste innerparteiliche Konkurrentin Hillary Clinton. Abgeschlagen dritter wurde John Edwards, ein ehemaliger Senator von North Carolina.

Obama konnte hinter sich vor allem die schwarze Bevölkerung vereinen. Sie wird voraussichtlich mehr als die Hälfte aller Wähler ausmachen, die am Samstag an der Abstimmung der Demokraten teilnehmen. 65 Prozent der befragten Afroamerikaner gaben an, für Obama zu sein. Nur 16 Prozent stimmten für die New Yorker Senatorin Clinton, deren Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, bei Schwarzen hohes Ansehen genießt. Obama wäre der erste afroamerikanische Präsident der USA.

Als wichtigstes Thema wurde mit großem Abstand die prekäre Wirtschaftslage genannt, gefolgt von dem umstrittenen Irak-Einsatz.

Der renommierte Meinungsforscher John Zogby betonte, dass noch etwa 14 Prozent der Wähler in South Carolina unentschieden seien. Zudem hätten 20 Prozent der Befragten angegeben, ihre Meinung möglicherweise noch einmal zu ändern. Clinton konnte sich bisher in zwei Vorwahlen der Demokraten durchsetzen, Obama verbuchte bislang einen Sieg.

Quelle: n-tv.de