Politik

Enger Raum mit Bett und Computer Für Assange beginnt fünftes Jahr im Exil

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Julian Assange bei einer Pressekonferenz auf "seinem Balkon" an der ecuadorianischen Botschaft in London.

(Foto: imago/i Images)

Seit dem 19. Juni 2012 hält sich Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft von Ecuador in London auf - zwangsweise. Träte er vor die Tür, würde ihn die britische Polizei sofort festnehmen. Seine Unterstützer organisieren weltweit Proteste.

Für den Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Sonntag das fünfte Jahr im Zwangsexil in der ecuadorianischen Botschaft in London begonnen. Am 19. Juni 2012 hatte er sich in die diplomatische Mission des südamerikanischen Landes begeben, nachdem er in Großbritannien alle Rechtsmittel gegen einen Antrag Schwedens auf seine Auslieferung ausgeschöpft hatte. Seitdem lebt er im Botschaftsgebäude auf beengtem Raum mit Bett, Computer und Balkonzugang.

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Juian Assange im Dezember 2011.

(Foto: AP)

Unterstützer haben zu dem Jahrestag Kundgebungen für den 44-jährigen Australier in mehreren europäischen Städten wie Berlin, Mailand und Paris organisiert. Auch in New York, Quito, Buenos Aires und Montevideo waren Veranstaltungen vorgesehen. Zu den Prominenten, die ihre Solidarität mit Assange erklärten, gehören Patti Smith, Brian Eno, PJ Harvey, Noam Chomsky, Giannis Varoufakis, Ai Weiwei, Vivienne Westwood, Michael Moore und Ken Loach.

Eine UN-Arbeitsgruppe hatte im Februar erklärt, Assanges jahrelanges Botschaftsexil in London sei eine "willkürliche Inhaftierung". Sollte der Wikileaks-Gründer das Botschaftsgelände verlassen, will ihn die britische Polizei festnehmen und an Schweden überstellen. Dort werden ihm Sexualdelikte aus dem Jahr 2010 zur Last gelegt.

Assange spricht dagegen von "einvernehmlichem Sex" mit zwei Frauen und weist die Anschuldigungen als politisch motiviert zurück. Er befürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen Geheimnisverrats eine langjährige Haftstrafe und möglicherweise sogar die Todesstrafe drohen.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren hunderttausende geheime Dokumente, unter anderem über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Assange zog damit den Zorn der US-Regierung und der Nato auf sich. Wikileaks machte auch eine Reihe von Dokumenten publik, die zeigen, wie der US-Geheimdienst NSA Bundeskanzlerin Angela Merkel, mehrere deutsche Minister und mindestens drei französische Präsidenten ausspionierte.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP

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