Politik

Angstprämie raus G-8 sprechen über Öl

Deutschland will zusammen mit den führenden Industriestaaten die preistreibende Spekulation auf den internationalen Ölmärkten eindämmen. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte beim G8-Gipfel auf Sea Island, er erwarte, dass die Energieminister in einem halben Jahr Vorschläge vorlegten. Es gehe darum, die Geschäfte auf den Märkte durchsichtiger zu machen.

"Der Ölpreis ist kein aktuelles, aber ein potenzielles Risiko", sagte Schröder während einer Verhandlungspause. Aus dem Ölpreis müsse die Angstprämie heraus. Russland als Nicht-Opec-Förderland habe darauf verwiesen, dass es kein Interesse an einem nachhaltig hohen Ölpreis habe.

Die Runde will nach Angaben Schröders angesichts der guten Weltwirtschaftslage auch die Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) zum Abbau von Handelshemmnissen zu einem Erfolg führen. Die G8 seien sich einig, dass Russland rasch WTO-Mitglied werden müsse. Nach der weit gehenden Einigung über strittige Handelsfragen mit der EU stehe eine Mitgliedschaft Russlands kurz bevor, sagte Schröder.

Frankreichs Präsident Jacques Chirac hat in diesem Zusammenhang Schröder zufolge deutlich gemacht, dass er bereit sei, Agrarsubventionen abzubauen. Chirac habe darauf verwiesen, dass es beim Abbau von Exportsubventionen weltweit keine Ausnahmen geben dürfe. Schröder ging davon aus, dass es in dieser Frage eine gemeinsame Erklärung geben werde.

Krawatten unerwünscht

Zur ersten Arbeitssitzung des G8-Gipfels erschienen die Staats- und Regierungschefs gut gelaunt und in legerer Kleidung. Nach Angaben Schröders verlaufen die Gespräche vor der Küste des US-Bundesstaates Georgia in freundlicher und an der Sache orientierter Atmosphäre. Dazu habe auch die Zustimmung des UN-Sicherheitsrates zur neuen Irak-Resolution beigetragen.

Sie habe den Weg für mehr Gemeinsamkeit zwischen den G-8-Staaten beim Wiederaufbau und der Demokratisierung des Golfstaats geebnet. Schließlich wird eine Entwicklungsinitiative der USA für die Regionen Nahost und Nordafrika auf der Tagesordnung des Treffens am Mittwoch stehen.

Ergänzend zu den Diskussionen über die Entwicklungsinitiative, die sich die G-8 nach dem Willen der Vorsitznation USA zu Eigen machen soll, treffen sich die Staatschefs zu einem Arbeitsessen mit Kollegen aus dieser Region. Daran werden unter anderem Vertreter aus dem Irak, Afghanistan, Jordanien und anderen Ländern teilnehmen. Darüber hinaus wird sich Schröder mit dem jordanischen König Abdullah zu einem bilateralen Gespräch treffen. Schließlich wird auf der G-8-Sitzung am Mittwoch der von den USA ausgerufene internationale Kampf gegen den Terrorismus angesprochen.

Quelle: ntv.de