Politik

Scharon bleibt hart Gaza-Offensive geht weiter

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon will die Militär-Offensive im Gaza-Streifen entgegen einer Bitte des Militärs nach Informationen aus Sicherheitskreisen unvermindert fortsetzen. Nach den Bomben-Anschlägen auf überwiegend von Israelis besuchte Urlaubsorte in Ägypten wolle Scharon keine Schwäche zeigen, hieß es aus israelischen Sicherheitskreisen.

Scharon befürchte, eine Einschränkung der seit fast zwei Wochen andauernden Offensive könne "ein falsches Signal aussenden" und militante Palästinenser zu neuen Raketen-Angriffen auf Israel ermutigen. Den Angaben zufolge kann die Entscheidung Scharons auch als Zugeständnis an die erbitterten Gegner seines Plans gesehen werden, 2005 alle jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen zu räumen. Scharon erklärte, den umstrittenen Plan am 25. Oktober dem Parlament zur Abstimmung vorlegen zu wollen.

Israel war vor knapp zwei Wochen in den Gaza-Streifen eingerückt, um palästinensische Raketen-Angriffe aus dem Gaza-Streifen zu stoppen. Während dieses Einsatzes wurden mehr als 90 Palästinenser getötet. Der israelische Armeechef Mosche Jaalon soll allerdings am Sonntag darumgebeten haben, Soldaten aus dem palästinensischen Flüchtlingslager Dschabalja im Gaza-Streifen abziehen zu dürfen. Die Gefahr von Raketen-Angriffen sei durch den Einsatz gesunken, habe Jaalon argumentiert. Die Bedrohung der israelischen Truppen hingegen wachse, je länger sie sich in dem überfüllten Palästinenserlager aufhielten.

Obwohl Scharon für die Militär-Offensive international stark kritisiert wurde - unter anderem auch vom engsten Verbündeten USA - habe er Jaalons Bitte abgelehnt, hieß es aus Militärkreisen. "Er befahl der Armee, die Operation mit gleicher Kraft fortzusetzen", sagte ein israelischer Sicherheitsexperte. Zu dieser Entscheidung hätten auch die Bomben-Anschläge in Ägypten beigetragen. "Wir wollen unseren Feinden keine Chance geben, einen Sieg für sich in Anspruch zu nehmen", hieß es in den Kreisen. Am Donnerstag waren bei den Anschlägen auf der Sinai-Halbinsel mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: ntv.de