Politik

Palästinenser getötet Gazastreifen geteilt

Israelische Soldaten haben am Donnerstag im Westjordanland drei Palästinenser erschossen. Im Flüchtlingslager von Tulkarem wurde ein 24-Jähriger getötet, in Nablus trafen die tödlichen Schüsse einen 17-Jährigen und dessen Großvater.

Der Mann in Tulkarem sei bewaffnet gewesen, erklärte die Armee. Nach palästinensischen Angaben soll es sich dagegen um einen unbewaffneten Hamas-Anhänger gehandelt haben. Die israelischen Truppen waren am Morgen nach Tulkarem eingerückt, offenbar auf der Suche nach mutmaßlichen Extremisten.

Gazastreifen geteilt

Im Gazastreifen teilte die israelische Armee die Küstenregion in drei Teile und schränkte auf diese Weise die Bewegungsfreiheit der Palästinenser erheblich ein. Die Operation sei eine Reaktion auf den Raketenangriff vom Mittwoch, erklärte ein Sprecher der Streitkräfte. Palästinenser hatten vom Gazastreifen aus mehrere Kassam-Raketen auf die israelische Stadt Sderot abgefeuert und mindestens eine Person verletzt.

Israel will Nahost-Friedensplan ändern

Zudem will offenbar die israelische Regierung den jüngsten Entwurf des so genannten Nahost-Fahrplans der USA in mehr als hundert Punkten zu Lasten der Palästinenser ändern. Dies berichtete die gewöhnlich gut informierte Tageszeitung "Haaretz " am Donnerstag.

Der von Washington in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und Russland, dem so genannten "Nahost-Quartett", entworfene Plan sieht die Beendigung der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern, politische Reformen in der Autonomiebehörde und die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates bis Ende 2005 vor.

Schon Ende dieses Jahres sollten die Palästinenser über einen "Interims-Staat" mit weitgehender Autonomie verfügen. Israel fordert laut "Haaretz" unter anderem weitgehende politische Reformen der Palästinensischen Autonomiebehörde, darunter einen Führungswechsel, und eine vollständige Waffenruhe als Voraussetzung für die Fortsetzung des Friedensprozesses. Erst danach wolle Israel seine Verpflichtungen aus dem Plan verwirklichen. Dies sind unter anderem der Rückzug seiner Armee aus dem seit fast einem Jahr vollständig wiederbesetzten Westjordanland und der Abbau jüdischer Siedlungen.

Quelle: ntv.de