Politik

Pentagon auf Propaganda-Feldzug Geheimoperationen im Ausland

Angesichts der Gefahr durch den Terrorismus und des Widerstands gegen einen möglichen Angriff auf den Irak erwägt das Pentagon offenbar neue Methoden der psychologischen "Kriegsführung". Nach Informationen der "New York Times" plant das US-amerikanische Verteidigungsministerium Geheimoperationen im Ausland, um die dortige Meinungsbildung und die politischen Entscheidungsträger zu beeinflussen.

Dem Blatt zufolge ist US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld allerdings noch unentschlossen, ob er eine derartige Direktive an das Militär ausgeben soll. Im Ministerium werde heftig über den Plan gestritten, da die verdeckten Aktionen gezielt auch in befreundeten Staaten wie Deutschland stattfinden sollten.

Die Operationen könnten laut "New York Times" etwa darauf abzielen, den Einfluss von Moscheen oder Religionsschulen zu verringern, in denen militante Lehren des Islam oder anti-amerikanische Positionen weitergegeben würden. Vorstellbar sei auch, dass mit US-amerikanischer Finanzhilfe heimlich Schulen aufgebaut würden, die einen moderaten Islam lehren sollten.

Breite Übereinstimmung gebe es in der Frage, dass verdeckte Propaganda-Aktionen des Militärs in gegnerischen Ländern wie dem Irak sinnvoll seien, berichtet die Zeitung. Dort würden derartige Operationen auch bereits praktiziert, zum Beispiel in Form von Flugblatt-Abwürfen. Umstritten sei jedoch die Einbeziehung befreundeter Staaten. "So etwas kommt nicht gut an", zitierte die Zeitung einen Berater des Pentagon. Deutschland als mögliches "Operationsfeld" wurde in der Zeitung mit Blick darauf erwähnt, dass von hier aus mehrere Attentäter vom 11. September agiert hatten.

Erst im Februar hatte das Pentagon ein eigens geschaffenes "Amt für Strategische Einflussnahme" nach kurzer Zeit wieder geschlossen. Zuvor war an die Öffentlichkeit der Plan durchgesickert, in bestimmten Fällen auch gezielt Falschinformationen für das Ausland über das Amt zu verbreiten.

Quelle: ntv.de