Politik

Kassen tief in den Roten Gesetzliche rutschen ab

Die gesetzlichen Krankenkassen sind im ersten Quartal mit mehr als einer Milliarde Euro in die roten Zahlen gerutscht. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen droht der Krankenversicherung im kommenden Jahr ein Defizit von bis zu sieben Milliarden Euro.

In den ersten drei Monaten 2006 verbuchten die Kassen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vom Dienstag einen Fehlbetrag von 1,22 Milliarden Euro. Allein der schrittweise Abbau des Bundeszuschusses für versicherungsfremde Leistungen und die Anhebung der Mehrwertsteuer für Medikamente und Hilfsmittel dürften bei den Kassen 2007 zu Mehrbelastungen von 3,5 Milliarden Euro führen, teilte das Ministerium mit.

Durch weitere Risiken wie höhere Arzneimittelausgaben und Personalkosten drohe sich das Defizit zu verdoppeln. Die Folge wäre eine neue Welle von Beitragserhöhungen zur gesetzlichen Krankenversicherung. Gegenwärtig liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei knapp 13,3 Prozent. Ohne eine Senkung der Ausgaben und eine Verbreiterung der Finanzgrundlagen der Kassen drohe die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen weiter zu wachsen. Dies zu verhindern sei Ziel der laufenden Verhandlungen in der Koalition über die Reform des Gesundheitswesens.

Der Löwenanteil des Defizits der Kassen im ersten Quartal schlug mit 1,1 Milliarden Euro in den alten Bundesländern zu Buche. Hauptgrund war nach Angaben des Ministeriums der zunächst ungebremste Anstieg der Arzneimittelkosten. Trotz des Fehlbetrags von insgesamt 1,22 Milliarden Euro zeigte sich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zuversichtlich, dass die Kassen wegen des Arzneimittelsparpakets das laufende Jahr mit einem ausgeglichenen Ergebnis abschließen können. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf den Bundeszuschuss an die Kassen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de