Politik

Bahn zu Lohnangebot bereit Gewerkschaften streiken weiter

Nach ersten Warnstreiks im Nah- und Fernverkehr hat die Deutsche Bahn für die nächste Tarifrunde ein erstes Lohnangebot angekündigt. "Die Bahn wird am Donnerstag ein konkretisiertes Angebot vorlegen", sagte Personalvorstand Norbert Bensel am Montag in Berlin. Zugleich appellierte der bundeseigene Konzern an die Gewerkschaften, die ohnehin schwierige Lage des Unternehmens nicht noch durch Streiks auf Kosten der Kunden zu verschärfen.

Ungeachtet der Signale haben die Gewerkschaften Transnet und GDBA ihre am Wochenende begonnenen Warnstreiks ausgeweitet. Nach dem Auftakt in Nordrhein-Westfalen und Aktionen am Montagmorgen in Sachsen-Anhalt wurden die Arbeitskämpfe am Nachmittag auf Leipzig ausgedehnt. Tausende Reisende kamen zu spät ans Ziel. Viele reagierten mit Unverständnis. In Leipzig waren insgesamt 40 Züge betroffen; zwei Fernverkehrszüge wurden umgeleitet. In Magdeburg hatten etwa 30 Nahverkehrszüge, vier Fernverkehrszüge sowie sieben Güterzüge Verspätung. Mehrere Züge fielen ganz aus.

Die Warnstreiks sollen zunächst bis zur dritten Tarifrunde bundesweit fortgesetzt werden. Beide Gewerkschaften fordern für die 160.000 Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn und die sofortige Angleichung der Ost-Einkommen an das Westniveau. Sollte es am Donnerstag keine Bewegung im Tarifstreit geben, drohen die Gewerkschaften mit dem Scheitern der Verhandlungen. Dann würde es zu flächendeckenden Bahn-Streiks kommen, den größten in der Nachkriegsgeschichte, so Transnet-Chef Norbert Hansen. Seit 1991 habe die Bahn etwa 200.000 Arbeitsplätze abgebaut, davon zwei Drittel in den neuen Bundesländern.

Bahnchef Hartmut Mehdorn verwies in Magdeburg darauf, dass die Bahn immer noch ein Sanierungsfall sei. Die von den Gewerkschaften geforderten fünf Prozent Lohnerhöhung würde 250 Mio. Euro pro Jahr kosten. Das gefährde erneut Arbeitsplätze. Mehsorn setzt nach eigenen Angaben auf die Verhandlungen am Donnerstag.

Zumindest in Karnevals-Hochburgen wie Köln und Mainz soll es an den "Festtagen" keine Warnstreiks geben. Unter der Rufnummer 0800 / 6644 225 hat die Bahn eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der sich Kunden über mögliche Fahrplanänderungen informieren können.

Quelle: ntv.de