Politik

Impfstoff für Schleswig-Holstein Günther "leiht" dänische Astrazeneca-Dosen

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei der Übergabe an der deutsch-dänischen Grenze.

(Foto: dpa)

Nach dem Astrazeneca-Impfstopp lagern in Dänemark 200.000 Dosen des Vakzins. Damit sie nicht ungenutzt bleiben, greift nun Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zu. 55.000 Impfdosen übernimmt das Bundesland vom Nachbarn - inklusive Rückerstattungsgarantie.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat von Dänemark 55.000 Dosen des Corona-Impfstoffes Astrazeneca entgegengenommen, die das Königreich derzeit nicht in Anspruch nimmt. "Das ist ein Tag der großen Freude", sagte der CDU-Politiker am Grenzübergang Ellund. Schleswig-Holstein wird den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers später zurückerstatten. Bis spätestens 7. Juli werde dies geschehen, sagte Günther.

Dänemark hat den Einsatz dieses Präparates nach mehreren Fällen von seltenen Blutgerinnseln momentan ausgesetzt, betonte aber, dass das Vakzin zu einem späteren Zeitpunkt auch in Dänemark wieder genutzt werden könnte, "falls sich die Situation dort ändert". Von dem Vektorvirenimpfstoff hat das kleine EU-Land einen Vorrat von etwa 200.000 Dosen.

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Günther sagte, er wolle sich auch mit Astrazeneca impfen lassen. Er habe sich mit seinem Hausarzt in Verbindung gesetzt, um möglichst schnell einen Termin zu bekommen. Er würde sich freuen, wenn möglichst viele diesem Beispiel folgten. "Denn je mehr Fahrt die Impfkampagne aufnimmt, desto besser." Der Regierungschef dankte dem dänischen Generalkonsul Kim Andersen für die Unterstützung. "Das zeigt, was für eine gute Nachbarschaft wir miteinander pflegen." Über die Ausleihe des Impfstoffs hatte der Bund mit Dänemark einen Vertrag abgeschlossen.

Nach Astrazeneca will Dänemark künftig auch auf den Impfstoff von Johnson & Johnson verzichten. Die dänische Gesundheitsbehörde hatte vergangene Woche entschieden, den Impfstoff des US-Pharmakonzerns ebenfalls aus dem dänischen Impfprogramm zu streichen. Die Behörde kam nach eigenen Angaben zu dem Schluss, dass die Vorteile des Impfstoffs mögliche Nebenwirkungen nicht überwiegen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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