Politik

Geheimbesuch bei Merkel Guttenberg spricht über NSA-Skandal

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Fungiert Guttenberg als Merkels Berater in der NSA-Spähaffäre?

dpa

Nach seinem Rücktritt wegen der Plagiatsaffäre war es lange Zeit ruhig um Karl-Theodor zu Guttenberg. Nun stattete der frühere Verteidigungsminister Kanzlerin Merkel einen geheimen Besuch ab - Thema des Gesprächs war offenbar Obamas Abhöraktion.

Karl-Theodor zu Guttenberg war Gast bei Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt - und fast hätte es keiner mitbekommen. Fotos des früheren Verteidigungsministers, die ihn bei der Ankunft im Kanzleramt zeigen, waren bei der "Bild"-Zeitung aufgetaucht, danach hatte ein Regierungssprecher das Treffen, das bereits am Montag stattfand, bestätigt. Die beinahe konspirativen Umstände sorgen für Spekulationen im Berliner Politbetrieb. Was machte Guttenberg bei Merkel?

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sprachen Merkel und Guttenberg über die NSA-Abhöraffäre und die Folgen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Die "Welt" und die "Bild"-Zeitung verwiesen auf Guttenbergs Forderung, wonach sich US-Präsident Barack Obama bei Merkel für das Abhören ihres Handys entschuldigen solle. Im Meinungsteil der in Moskau erscheinenden Zeitung "Moscow Times" hatte Guttenberg den US-Präsidenten bereits Ende Oktober gerügt und zu "einer glaubhaften Entschuldigung" aufgefordert.

Persönlicher und politischer Schaden

Zuvor hatte Guttenberg bereits in einem Gastbeitrag der "Todays Zaman" seine Kritik an Obamas Abhöraktion formuliert. Es sei unverzeihlich, dass Obama mit dem Abhören von Merkels Mobiltelefon der Kanzlerin einen Gesichtsverlust beschert habe, heißt es in dem Aufsatz. Er rügte Obama für dessen "totales Fehlverhalten" und warnte vor einer "ernsten Spaltung" zwischen Deutschland und den USA. An einer Entschuldigung Obamas führe kein Weg vorbei, schrieb Guttenberg weiter. "Immerhin war es Merkel, die versuchte, die Wogen zu glätten, als der NSA-Skandal im Sommer erstmals in Europa aufkam. Deswegen schadet ihr die angebliche Überwachung durch die USA sowohl persönlich als auch politisch."

Guttenberg war 2011 zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er seine Doktorarbeit in weiten Teilen von anderen abgeschrieben hatte. Danach zog er in die USA und ist dort unter anderem für eine Denkfabrik "Center for Strategic and International Studies" mit dem Fokus auf die US-Außenpolitik tätig.

Quelle: n-tv.de, dsi/AFP

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