Politik

Mitglied ohne Engagement Gysi bleibt in der PDS

Der PDS-Politiker Gregor Gysi will sich seinen eigenen Worten zufolge "mehr zurücknehmen". Weder er noch seine engsten politischen Freunde wollten die PDS nach der Niederlage der Reformer auf dem Parteitag von Gera verlassen, sagte Gysi in einem Gespräch. mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wolle sich aber künftig nicht mehr aktiv in der PDS engagieren.

Zuvor hatte Gysi zusammen mit mehreren PDS-Spitzenpolitikern über Konsequenzen aus Gera beraten. "Das Projekt einer neuen Partei hat niemand von uns ernsthaft in Angriff genommen. Dafür müsste es auch eine gesellschaftliche Bewegung geben, die ich nicht sehe", sagte der ehemalige PDS-Fraktionschef im Bundestag.

Zu seiner künftigen Rolle in der PDS sagte Gysi: "Ich habe die Verantwortung vor zwei Jahren abgegeben und das habe ich zu akzeptieren." Die Verantwortung trügen jetzt andere und die sollten sie auch wahrnehmen. "Ich werde keine Plattform gründen und versuchen, in der Partei den Einfluss bestimmter Leute wieder zu erhöhen. Darum müssen sie schon selber kämpfen."

Gleichwohl werde er als PDS-Mitglied die Entwicklung seiner Partei weiterhin kritisch begleiten. Er werde weiter "deutlich" seine Meinung zu bestimmten Themen sagen, "wenn die Partei Gefahr läuft, sich zu isolieren", sagte der 54-Jährige. "Das werden jedoch Ausnahmen bleiben."

Ein Übertritt zur SPD komme für ihn nicht in Frage, "das würden mir viele Leute übelnehmen", sagte Gysi. "Ich bin kein Sozialdemokrat." Gysi arbeitet nach seinem überraschenden Rücktritt als Berliner Wirtschaftssenator inzwischen wieder als Rechtsanwalt.

Nach Angaben des ehemaligen PDS-Bundesgeschäftsführers Dietmar Bartsch war bei der Zusammenkunft das Thema Neugründung einer Linkspartei zwar erörtert, aber nicht ernsthaft erwogen worden.

An dem Treffen hatten neben Gysi und Bartsch auch der brandenburgische PDS-Fraktionsvorsitzende Lothar Bisky, der PDS-Europa-Abgeordnete Andr Brie, dessen Bruder und der Potsdamer Abgeordnete Heinz Vietze teilgenommen.

Quelle: ntv.de