Politik

"Berater" der PDS Gysi denkt an Comeback

Gregor Gysi macht es wieder einmal spannend. Noch vor wenigen Tagen hatte eine Rückkehr in die Bundespolitik ausgeschlossen. Zögerlich erklärt er nun seine Bereitschaft, der PDS in beratender Funktion zu helfen. Eine Kandidatur für den Bundestag schließt er ebenfalls nicht aus.

"Wenn die Umstände stimmen, bin ich bereit, wieder mehr Verantwortung zu übernehmen", sagte Gysi der "Berliner Zeitung". Denkbar sei eine Aufgabe als Berater oder Ideengeber, nicht aber ein Parteiamt. Eine Kandidatur für den Bundestag im Jahre 2006 wollte Gysi nicht ausschließen. Er wolle die Tür nicht völlig zumachen, so der einstige PDS-Spitzenpolitiker.

Als Bedingungen für eine aktivere Rolle nannte Gysi, dass es in der PDS wieder eine vernünftige Diskussionskultur geben müsse. Auch müsse sich die Partei klar zu einem Kurs des Reformsozialismus bekennen und auf dem anstehenden Sonderparteitag das passende Personal wählen. Die PDS steckt seit Monaten in einer schweren Krise; Grund sind Querelen zwischen "Reformern" und "Orthodoxen".

Zurückhaltend äußerte sich Gysi zur Kandidatur von Ex-Parteichef Lothar Bisky für das Amt des Bundesvorsitzenden. "Diese Kandidatur ist ein Zeichen der aktuellen Schwäche der PDS, nicht von deren Stärke", wird Gysi zitiert.

Gysi war von Februar 1990 bis Januar 1993 Vorsitzender der PDS. Für die Sozialisten saß er zunächst in der letzten DDR-Volkskammer, dann bis 2002 im Bundestag. Am 3. Oktober 2000 gab er seinen Posten als Fraktionschef der PDS im Bundestag ab. Nach den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus Ende 2001 übernahm Gysi im rot-roten Senat das Amt des Wirtschaftssenator. Am 31. Juli 2002 trat er in Folge der Bonusmeilen-Affäre von allen Ämtern zurück.

Quelle: ntv.de