Politik

Aussagen gegen Becker und andere Haft soll Eckes beugen

Auch Jahrzehnte nach den Morden der Rote Armee Fraktion steht die Aufklärung einiger Taten noch aus. Im Ringen um Zeugenaussagen greift die Bundesanwaltschaft zu drastischen Mitteln.

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Eckes auf Polizeibildern nach ihrer Festnahme 1984.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Das Ex-Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF), Christa Eckes, soll in Beugehaft genommen werden. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft betätigte in Karlsruhe, dass ein Richter des Bundesgerichtshofs einem entsprechenden Antrag der Bundesanwaltschaft stattgegeben habe. Den Vollzug der Haft habe die 60-Jährige allerdings mit einer Beschwerde vorläufig gestoppt.

Der Antrag der Bundesanwaltschaft steht nach Angaben des Sprechers im Zusammenhang mit dem Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback, nicht jedoch mit dem Mord an Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, berichtet der "Spiegel". Zu den Informationen des Nachrichtenmagazins, nach denen Eckes mit der Beugehaft zu einer Aussage in den Verfahren gegen die Ex-RAF-Terroristen Verena Becker, Rolf Heißler und Stefan Wisniewski gezwungen werden soll, machte der Sprecher keine Angaben. Im "Spiegel" heißt es, es gehe den Bundesanwälten offenbar um Informationen über die im vergangenen Jahr getroffenen Absprachen zwischen Ex-RAF-Mitgliedern, keine Aussagen zu den alten Taten zu machen.

Über die Beschwerde von Eckes, die 1974 und erneut 1984 als RAF- Mitglied verhaftet wurde, muss nun das Oberlandesgericht Stuttgart befinden. Eckes saß 1977 im Gefängnis. Buback und zwei Begleiter wurden am 7. April 1977 in Karlsruhe erschossen. Schleyer war am 5. September 1977 von der RAF entführt worden, am 18. Oktober wurde er von den Terroristen ermordet.

Quelle: ntv.de, dpa

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