Politik

Abwehrraketen werden nach Guam gebracht Hagel nimmt Nordkorea "sehr ernst"

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Chuck Hagel ist seit wenigen Wochen US-Verteidigungsminister.

(Foto: dpa)

Der neue Pentagon-Chef will den globalen Machtanspruch der USA verteidigen. Er möchte seinen Kindern keine Welt vererben, in der Amerika nicht führt, sagt Chuck Hagel. Die Drohungen aus Nordkorea nimmt er nicht auf die leichte Schulter: "Ich möchte nicht der Verteidigungsminister sein, der falsch liegt." Nun werden Abfangraketen gegen Nordkorea aufgefahren.

Der neue US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat Nordkorea aufgerufen, seine "kriegerische Rhetorik" zu beenden. Das Verhalten des Regimes in Pjöngjang sei gefährlich. "Wir nehmen diese Bedrohung ernst. Wir müssen diese Bedrohung ernst nehmen", sagte Hagel bei seiner ersten größeren Rede seit seinem Amtsantritt Ende Februar. "Man braucht nur einmal falsch liegen, und ich möchte nicht der Verteidigungsminister sein, der falsch liegt", fügte er hinzu.

Nach der Rede sagte er, von Pjöngjang gehe eine "echte und klare Gefahr" für die USA und ihre Verbündeten Südkorea und Japan aus. "Sie haben jetzt nukleare Fähigkeiten, sie haben Fähigkeiten zum Raketenabschuss." Nordkorea habe in den vergangenen Wochen zudem seine "gefährliche kriegerische Rhetorik" verschärft.

Das Pentagon kündigte an, "in den kommenden Wochen" ein Raketenabwehrsystem auf der zu den USA gehörenden Pazifik-Insel Guam aufzustellen. Die Verlegung des THAAD-Systems, das Raketen in großer Höhe abfangen kann, sei eine "Vorsichtsmaßnahme" angesichts der Drohungen aus Nordkorea. Pjöngjang hatte die US-Militäreinrichtungen auf Guam als mögliches Ziel eines Raketenangriffs genannt.

Gefahr geht von schwachen Staaten aus

Hagel betonte bei seiner Rede auch den globalen Machtanspruch seiner Streitkräfte – ungeachtet massiver Einsparungen im Verteidigungsetat. "Wenn wir nicht führen, füllt ein Anderer das Machtvakuum aus", sagte Hagel vor Offizieren der National Defense University. "Die Welt, in der Amerika nicht führt, ist nicht die Welt, die ich meinen Kindern vererben möchte." Die USA dürften sich nicht den Luxus leisten, sich zurückzuziehen.

Nach wie vor stelle der Terrorismus aus "schwachen Staaten" in Nahost und Nordafrika eine Bedrohung dar. Zwar gehe ein Jahrzehnt mit zwei Kriegen im Irak und in Afghanistan zu Ende – "doch die Bedrohung durch gewalttätige Extremisten besteht fort".

Auch Hagel muss sparen

Auch die US-Armee werde den Sparzwängen nicht entkommen, fügte Hagel hinzu. Es komme nun darauf an, angemessene und kluge Reformen durchzusetzen, die die Verteidigungsfähigkeit der USA nicht gefährdeten.

In den USA sind kürzlich längerfristige Haushaltskürzungen in Kraft getreten, die auch den Militäretat massiv treffen. Das Pentagon muss sein Budget demnach um 7,9 Prozent kürzen. Dies sind allein in diesem Jahr rund 41 Milliarden Dollar (rund 32 Milliarden Euro). Für Waffenkäufe, den Betrieb von Militärstützpunkten oder Renovierungsarbeiten dürfte Geld fehlen, heißt es in der Armee. Die Truppenstärke soll aber nicht reduziert werden.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP