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Treffpunkt radikaler Islamisten Hamburg lässt Moschee schließen

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Der Eingang der Taiba-Moschee in Hamburg bleibt jetzt verschlossen.

APN

Die Taiba-Moschee ist Geschichte. Sie war unter ihrem früheren Namen Al-Quds-Moschee als Treffpunkt mehrerer Attentäter des 11. September 2001 weltweit bekanntgeworden.

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Dutzende Polizisten und einige Zivilfahnder waren im Einsatz.

(Foto: dpa)

Sicherheitsbehörden haben die Taiba-Moschee im Hamburger Stadtteil St. Georg geräumt. Polizisten durchsuchten die ehemalige Al-Quds-Moschee sowie vier Wohnungen von Vorstandsmitgliedern des Trägervereins und beschlagnahmten Beweismittel. "Die Moschee wird nun versiegelt. Damit hat der Spuk hinter den Mauern am Steindamm endlich ein Ende", sagte Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU).

Die vom "Taiba, Arabisch-Deutscher Kulturverein e.V." getragene ehemalige Al-Quds-Moschee sei über viele Jahre der Hauptanziehungspunkt der dschihadistischen Szene gewesen, sagte der Senator. Die Moschee im Stadtteil St. Georg war schon nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Fokus der Behörden gerückt. In ihr waren Mohammed Atta und die anderen Attentäter der "Hamburger Zelle" zusammengekommen.

Langwierige Beweissammlung

Dem Verbot seien langwierige Ermittlungen und Beweissicherungen vorausgegangen, die ein rechtsstaatlich einwandfreies Verfahren sichergestellt hätten, sagte der Leiter der zentralen Hamburger Anti- Terror-Koordinierungsstelle, Lothar Bergmann. Das Hamburger Oberverwaltungsgericht habe am 30. Juli das Verbot erlassen.

Jüngste Ereignisse hätten erneut gezeigt, dass sich die vom Verein abgehaltenen Schulungen, Predigten und Seminare ebenso wie die auf der Homepage des Vereins veröffentlichten Texte nicht nur gegen die verfassungsmäßige Ordnung richten, sondern dass sie auch Zuhörer und Leser radikalisieren, hieß es. Als Fanal für das Verbotsverfahren bezeichnete Bergmann die Festnahme einer Gruppe von Dschihadisten aus Hamburg im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet im März vergangenen Jahres. Gegen die Männer ermittelt inzwischen die Bundesanwaltschaft.

Quelle: n-tv.de, dpa

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