Politik

Nach Schock durch Anschlag Heimkehr aus Pakistan

Drei Tage nach dem Sprengstoff-Anschlag auf eine Reisegruppe in Pakistan sind die 26 Touristen heute in Deutschland eingetroffen. Die 19 Bundesbürger, fünf Österreicher, ein Slowene und eine Reiseleiterin landeten am Mittag am Flughafen Frankfurt/Main, teilte der Reiseveranstalter Rotel-Tours mit. Das Auswärtige Amt erneuerte seine Warnung vor Reisen nach Pakistan. Rotel-Tours hat inzwischen sämtliche Reisen nach Pakistan bis 2003 gestrichen.

"Ich habe gedacht, es wäre ein Scherz von Jugendlichen", schilderte einer der Urlauber, wie er den Anschlag erlebt hatte. Als er die Explosion gehört habe, habe er zuerst an ein Silvester-Feuerwerk gedacht. Da die Situation nicht lebensgefährlich gewesen sei, habe ihn der Anschlag nicht aus der Ruhe gebracht. Er sei über die Risiken einer Reise nach Pakistan informiert gewesen, habe jedoch dem Reiseveranstalter vertraut.

Die internationale Urlaubergruppe war am Montag aus Pakistan abgereist und legte einen Zwischenstopp in Dubai ein. Bei dem Anschlag auf den Bus der Gruppe waren am Samstag zwölf Menschen leicht verletzt worden, unter ihnen sieben Deutsche.

Der Anschlag in Pakistan

Am Sonntag hatte die Polizei in Pakistan etwa ein Dutzend Verdächtige festgenommen. Genauere Hinweise auf den Täter habe man aber nicht erhalten, sagte ein Polizeisprecher in Mansehra. Auf der Suche nach dem Täter habe die Polizei mehrere Gebiete durchkämmt.

Am Samstag hatte ein Unbekannter einen selbstgebauten Sprengsatz auf die Gruppe von 26 Urlaubern geworfen. Die Touristen hatten nahe Mansehra im Norden Pakistans die historische Hindu-Stätte Ashoka besucht.

Es war in diesem Jahr bereits der fünfte Anschlag auf westliche Ausländer in Pakistan. Die pakistanische Polizei nimmt nach solchen Vorfällen häufig zahlreiche Personen fest, setzt die meisten aber nach ersten Befragungen wieder auf freien Fuß.

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hatte mit Kopfschütteln auf die Leichtfertigkeit der Reisenden reagiert. Er sei überrascht gewesen, dass überhaupt eine Touristengruppe in Pakistan unterwegs gewesen sei.

Quelle: n-tv.de