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Wohin mit dem Elektroschrott? Hendricks' Reform verpflichtet Händler

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Beim Kauf eines neuen Gerätes werden Elektrogeschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern dazu verpflichtet, Altgeräte kostenlos zurückzunehmen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Alte Elektrogeräte haben eine immer kürzere Halbwertszeit: Ausgediente Handys und alte Toaster stapeln sich oft Zuhause. Elektrogeschäfte werden jetzt zur Rücknahme der Geräte verpflichtet.

Die kostenlose Rückgabe und Entsorgung von alten Handys, Radios, Staubsaugern und anderen Elektrogeräten soll für die Verbraucher viel leichter werden. Das Bundeskabinett billigte dafür eine Reform des Elektrogesetzes. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sieht dabei keine Schwierigkeiten für die Geschäfte. "Was über den Handel reinkommt, muss auch über den Handel wieder rausgehen können." Ziel ist es, mehr wertvolle Metalle aus ausrangierten Geräten zu recyceln. Zudem sollen die alten Geräte nicht mehr so oft im Müll landen.

Das überarbeitete Gesetz nach Hendricks' Entwurf verpflichtet Elektrogeschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern, Altgeräte beim Kauf eines gleichwertigen Geräts kostenlos zurückzunehmen. Das gilt auch für Online-Händler. Kleine Elektrogeräte mit maximal 25 Zentimetern Kantenlänge können auch ohne Neukauf abgegeben werden. Den Kassenzettel brauchen Verbraucher dafür in keinem Fall mehr.

Bis 2019 soll die Sammel- und Wiederverwertungsquote auf 65 Prozentsteigen. "Der Handel kann natürlich selber wieder kooperieren mit Entsorgern und anderen, sodass das für den Handel nicht das Problem ist", sagte die SPD-Politikerin in der ARD.

Rohstoffe lagern in Kellern

Bisher basiert die Rücknahme alter Geräte auf Freiwilligkeit. In der Restmülltonne dürfen sie nicht entsorgt werden. Allerdings wird etwa die 25-Zentimeter-Vorgabe als wenig verbraucherfreundlich kritisiert. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung betonte, das Gesetz sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr Recycling. "Angesichts der zwingenden Notwendigkeit, vermehrt heimische Sekundärrohstoffe zu gewinnen, ist es geboten, Sammlung und Verwertung ausgedienter Altgeräte wieder besser zu verbinden", sagte Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Geschätzte 500.000 Tonnen ausrangierter Elektrogeräte würden bisher pro Jahr erst gar nicht in den Recyclinganlagen ankommen und damit nicht fachgerecht entsorgt. Sie landeten nach wie vor in der Restmülltonne, würden illegal exportiert oder lagerten in den privaten Kellern.

Quelle: ntv.de, jki/dpa