Politik

Der Kreditgeber outet sich Henkel leiht AfD eine Million Euro

Ein Berliner Unternehmer habe der AfD 640.000 Euro geliehen, hieß es kürzlich in einer Meldung. AfD-Vorstandsmitglied Henkel soll das Darlehen skeptisch gesehen haben. Nun ist klar: Er selbst ist der Geldgeber.

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Eine Million Euro für die Partei: Hans-Olaf Henkel zusammen mit AfD-Chef Bernd Lucke beim Wahlkampf in Köln.

(Foto: dpa)

Der AfD-Politiker Hans-Olaf Henkel hat seiner Partei ein Darlehen über 640.000 Euro gegeben und ihr weitere 360.000 Euro angeboten. In einer persönlichen Erklärung teilte der frühere BDI-Chef mit, er wolle sich "nicht nur mit persönlichem und finanziellem Einsatz, sondern auch mit einem der Partei gewährten Darlehen" dafür sorgen, dass die politisch erfolgreich ist. Das Geld ist für den Europawahlkampf gedacht.

Auf Nachfrage von n-tv.de teilte die AfD mit, der Zinssatz für das Darlehen liege bei zwei Prozent bei einer Laufzeit bis Februar 2015. Zwei Prozent ist zwar deutlich weniger als die AfD bei einer Bank hätte zahlen müssen. Allerdings will Henkel sich vermutlich auch nicht vorwerfen lassen, sich auf Kosten seiner Partei zu bereichern.

Die "Welt" hatte am 23. April gemeldet, die Alternative für Deutschland erhalte einen Kredit in Höhe von 640.000 Euro von einem "nicht näher genannten Berliner Unternehmer". Als im Bundesvorstand der eurokritischen Partei über die Annahme des Darlehens abgestimmt worden sei, habe Henkel sich enthalten. Henkel habe "nicht in die Mithaftung" gehen wollen, falls mit dem Kredit etwas schiefgehe, schrieb die "Welt" unter Berufung auf Informationen aus dem Vorstand. Auch n-tv.de hatte darüber berichtet.

"Durch Fehlinformationen aufgewiegelte Bürger"

Henkel erklärt nun, er habe sich in der Vorstandssitzung nur deshalb enthalten, "weil es mir als Kreditgeber nicht zusteht, gleichzeitig als Kreditnehmer zu entscheiden". Er mache das Darlehen öffentlich, "um Parteifreunde und Öffentlichkeit über meine Motive aufzuklären und gleichzeitig allen Bürgern vor Augen zu führen, wie ein deutsches Verlagshaus mit Falschinformationen die AfD und ihre Führungspersönlichkeiten verunglimpft".

Henkel schreibt in seiner Erklärung, AfD-Mitglieder seien im Wahlkampf wiederholt von Linksextremisten angegriffen und teilweise verletzt worden. Zugleich griff er die Medien in Deutschland sehr grundsätzlich an. "In weiten Teilen der Bundesrepublik zerstören durch Fehlinformationen aufgewiegelte Bürger systematisch die Plakate der AfD - in manchen Gemeinden die gesamte Plakatwerbung, kaum dass sie aufgehängt wurde." Um diese Schäden ersetzen zu können, habe er sein Darlehensangebot auf eine Million Euro erhöht.

Nach der Landtagswahl in Hessen und der Bundestagswahl am 22. September 2013 hatte die AfD Anspruch auf mehr als 1,8 Millionen Euro aus den Mitteln der staatlichen Parteienfinanzierung. Bei der Europawahl am 25. Mai kann die AfD unterschiedlichen Umfragen zufolge mit einem Ergebnis zwischen fünf und sieben Prozent rechnen; auch dafür wird es eine Wahlkampfkostenerstattung geben. Henkel kandidiert auf Platz zwei der AfD-Liste.

Quelle: n-tv.de, hvo

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