Politik

Engagement für Flüchtlinge Hilfsbereitschaft nimmt ab

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Angesichts der im Vergleich zu 2015 gesunkenen Zuwanderungszahlen entsteht der Eindruck, dass Hilfe weniger dringend ist.

(Foto: dpa)

Im Februar und März 2016 will sich noch jeder Fünfte Deutsche ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen. Zum Jahreswechsel sind dazu schon deutlich weniger Menschen bereit. Mit Skepsis gegenüber Flüchtlingen hat der Rückgang aber nichts zu tun.

Die Bereitschaft der Deutschen, sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einzusetzen, ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Das zeigt eine Untersuchung, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) veröffentlichte. Danach wollten sich im Februar und März 2016 noch 20 Prozent der Befragten künftig vor Ort engagieren. Zum Jahreswechsel waren dazu nur noch etwa elf Prozent der in Deutschland lebenden Menschen bereit.

Nach Einschätzung der Forscher hat dieser Rückgang aber nicht mit Skepsis gegenüber den Flüchtlingen zu tun. Ausschlaggebend sei wohl eher der Eindruck, dass Hilfe angesichts der im Vergleich zu 2015 gesunkenen Zuwanderungszahlen nun weniger dringend sei, sagte der Direktor des sozio-ökonomischen Panels des DIW, Jürgen Schupp.

Das Institut stellte außerdem fest, dass knapp die Hälfte der Bevölkerung inzwischen mit "großen Sorgen" auf die Zuwanderung blickt, ein mehr als doppelt so hoher Anteil als noch drei Jahre zuvor. Am größten sei die Besorgnis im Osten Deutschlands, wo die wenigsten Migranten lebten.

Am positivsten schätzten die Befragten die Effekte auf die Wirtschaft ein, am pessimistischsten den Einfluss auf die "Lebensqualität". Insgesamt beurteilten zwischen 40 und 57 Prozent der Teilnehmer der Untersuchung die Folgen der Zuwanderung negativ. Die Forscher stellten fest: Skeptiker finden sich auch unter denjenigen, die sich selbst als Ehrenamtliche für Flüchtlinge engagieren.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa