Politik

Kritik am Roten Kreuz Hilfsgelder kommen nicht an

Der Bundesrechnungshof hat schwere Vorwürfe gegen das Deutsche Rote Kreuz erhoben. Grund seien zu hohe Verwaltungskosten bei der Hilfe für Russlanddeutsche, berichtet das ZDF-Wirtschaftsmagazin "WISO". So würde nur etwa die Hälfe aller Spendengelder die Betroffenen auch wirklich erreichen.

In dem Bericht der Haushaltsprüfer heißt es, bei der Abwicklung von Paket- und Gesundheitshilfen für deutsche Minderheiten in Russland, Kasachstan und der Ukraine seien "etwa 17 Mio. DM versickert".

"Es wird deutlich, dass nicht das gesamte Geld bei den Betroffenen ankommt, sondern dass damit auch Personal von Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz bezahlt wird", sagte das Mitglied im Bundestags-Haushaltsausschuss, der FDP-Abgeordnete Jürgen Koppelin, dem ZDF. "Das Deutsche Rote Kreuz muss sich fragen lassen, ob es zu viel Geld für Verwaltung abkassiert." Notfalls müsse nach anderen Trägern gesucht werden. Das Geld hatte Bundesinnenministerium im Prüfungszeitraum von 1997 bis 2000 an das DRK gezahlt, damit Russlanddeutsche in Osteuropa und Zentralasien Lebensmittel und Medikamente erhalten.

Das DRK wies die Vorwürfe zurück. "Wir glauben, dass die Darstellungen in dem Bericht in vielen Punkten sachlich nicht richtig sind, viele Vorwürfe auch nicht haltbar sind und dass Zusammenhänge nicht korrekt erfasst wurden", sagte DRK-Sprecherin Susanne Anger. Sie habe allerdings die Zahlen des Rechnungshofs bestätigt, nachdem das Rote Kreuz dem Innenministerium bei der Medikamentenhilfe mehr als das Doppelte des Einkaufspreises in Rechnung stellt.

Quelle: ntv.de