Politik

Olympia-Attentat von 1972 Hinterbliebene kritisieren Entschädigungsangebot

Die von Deutschland angebotene Entschädigung für die Angehörigen der elf israelischen Sportler, die bei dem Münchner Olympia-Attentat 1972 ums Leben kamen, ist in Israel auf Kritik gestoßen. Ilana Romano, die Witwe des Ringers Josef Romano, sagte am Dienstag als Sprecherin der Hinterbliebenen, das Angebot sei nicht ausreichend.

"Wir wollen einen symbolischen Betrag von elf Millionen Mark plus Prozesskosten." Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hatte bei seinem Israel-Besuch eine humanitäre Geste in Höhe von sechs Mio. DM zugesagt.

Ein Sprecher der Staatskanzlei in München sagte, die Summe werde zu gleichen Teilen vom Bund, dem Freistaat Bayern und der Stadt München aufgebracht. Die Entschädigung gründe sich nicht auf rechtlichen Verpflichtungen der deutschen Stellen und sei mit Bundeskanzler Gerhard Schröder vor Stoibers Reise abgestimmt worden.

Kommando "Schwarzer September"

Bei den Olympischen Spielen in München hatte ein palästinensisches Terrorkommando mit Namen "Schwarzer September" israelische Athleten in ihrer Unterkunft überfallen und als Geiseln genommen. Zwei Israelis wurden von den Palästinensern getötet, neun weitere starben bei einem gescheiterten Befreiungsversuch auf einem Militärflughafen bei München.

Angehörige der Sportler hatten die deutschen Stellen auf Entschädigung verklagt und waren damit in mehreren Instanzen gescheitert. Sie werfen den Sicherheitsbehörden dilettantisches Fehlverhalten vor, was diese jedoch zurückweisen.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.