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Zulauf für die Gotteskrieger Hunderte Deutsche kämpfen in Syrien

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In Syrien bekämpfen sich Rebellengruppen auch untereinander.

(Foto: REUTERS)

Der Bürgerkrieg in Syrien wütet seit fast drei Jahren, und immer mehr Islamisten aus Deutschland unterstützen offenbar die dort kämpfenden Rebellen. Dabei geben Medienberichten zufolge einige ihre Reisepässe ab - damit Al-Kaida Attentate in Europa planen kann.

Die Zahl radikaler Muslime aus Deutschland, die in Syrien auf der Seite islamistischer Rebellen kämpfen, nimmt laut einem Zeitungsbericht zu. Mittlerweile seien bereits mehr als 230 Kämpfer aus Deutschland nach Syrien gereist, um dort gegen die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad zu kämpfen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Eine im Januar 2012 eingerichtete "Beratungsstelle Radikalisierung" beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge meldete laut "Bild" inzwischen mehr als 160 Fälle, in denen Angehörige Hilfe suchen, weil sich ihre Kinder radikalisieren. "Vor allem in den vergangenen Monaten ist ein starker Anstieg an Fällen zu beobachten, in denen eine Ausreise nach Syrien geplant ist oder bereits erfolgte", zitiert die Zeitung aus einem Papier.

Auch in anderen europäischen Ländern steigt die Zahl der Dschihadisten dem Bericht zufolge. Weit mehr als tausend Muslime aus ganz Europa seien inzwischen in den Nahen Osten und nach Nordafrika gereist, heißt es in dem Bericht weiter.

Pässe für Al-Kaida

Wie der "Focus" schreibt, nutzt die Terrororganisation Al-Kaida inzwischen Reisepässe deutscher Islamisten, um Attentate in Europa zu planen. Das Magazin beruft sich dabei auf Berliner Sicherheitskreise. Demnach müssen muslimische Extremisten aus Deutschland auf dem Weg in die Kampfgebiete in Syrien ihre Papiere abgeben. Stattdessen bekämen sie syrische Dokumente.

Die deutschen Pässe gingen dann an geschulte Terroristen, die den eigentlichen Inhabern ähnlich sähen und für Anschläge in Europa ausgewählt worden seien. Islamisten aus Deutschland und anderen Regionen werden dem Blatt zufolge vor der Einreise nach Syrien in der Türkei in konspirativen Unterkünften versteckt.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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