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Flüchtlingsboote gesunken Hunderte Tote im Mittelmeer befürchtet

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Immer wieder ist die italienische Küstenwache im Einsatz, um Flüchtlinge im Seenot zu retten wie hier im April.

(Foto: dpa)

Vor der libyschen Küste sinken mindestens zwei Flüchtlingsboote. Es gibt Dutzende Tote, möglicherweise sogar Hunderte, wie die Hilfsorganisation Sea-Watch befürchtet.

Bei einem Flüchtlingsunglück im Mittelmeer hat es viele Tote gegeben. Wie viele Menschen ums Leben gekommen sind, ist bisher unklar. Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch befürchtete, dass mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Eine Sprecherin von Sea-Watch sagte n-tv.de, es seien mindestens 16 Boote von der libyschen Küste gestartet, mindestens zwei Boote seien gesunken. An Bord der Boote waren demnach viele Iraker und Syrer.

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Laut Sea-Watch sitzen in Schlauchbooten, die in Libyen starten, bis zu 150 Menschen, bis zu 800 Menschen in Holzbooten. Die Hilfsorganisation ist an der Rettungsaktion mit zwei Schnellbooten und einem Schiff beteiligt. Nach dem Beschluss des EU-Türkei-Deals hätten sich die Flüchtlingsrouten von der Türkei nach Nordafrika verschoben, hieß es. Später erklärte Sea-Watch, die Zahl der Toten sei wohl "glücklicherweise deutlich geringer, als zunächst befürchtet". Wieviele Menschen ertrunken sind, ist aber nach wie vor nicht bekannt.

Zuvor hatte ein Sprecher der EU-Marinemission "Sophia" erklärt, ein luxemburgisches Flugzeug habe 65 Kilometer vor der libyschen Küste ein gekentertes Boot entdeckt. Rund hundert Flüchtlinge seien rund um das Boot im Meer geschwommen, während 20 bis 30 Leichen im Wasser getrieben seien.  Ein spanisches Flugzeug hat demnach daraufhin Schwimmwesten abgeworfen. Später seien zwei Boote der italienischen Küstenwache und ein spanisches Marineschiff zur Unglücksstelle gefahren und hätten mehr als 80 Flüchtlinge geborgen, hieß es weiter. Die EU-Marinemission geht im Mittelmeer gegen Schlepper vor.

Erst am Mittwoch waren fünf Menschen ertrunken, als ihr völlig überladenes Boot beim Herannahen eines italienischen Marineschiffs kenterte. 562 Menschen konnten jedoch gerettet werden.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kamen zwischen dem 1. Januar und dem 25. Mai fast 38.000 Menschen über das Mittelmeer nach Italien. Mindestens 1370 Flüchtlinge kamen in diesem Zeitraum bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben. Dies waren 24 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum im Vorjahr, als 1792 Menschen bei Schiffsunglücken starben.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP