Politik

Iran: Siegel und Kameras 'raus IAEA-Inspekteure eingetroffen

Im Atomstreit mit dem Westen hat Iran die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA angewiesen, Siegel und Überwachungskameras an seinen Atomanlagen zu entfernen. Dies bestätigte der Sprecher des Außenministeriums, Hamid-Resa Assefi, am Sonntag in der Hauptstadt Teheran. Damit wolle man Aktivitäten zur Urananreicherung vorbereiten.

Inspekteure der UN-Atombehörde halten sich seit Samstag zu Gesprächen über das umstrittene Atomprogramm in Iran auf. Der Besuch des IAEA-Teams erfolge im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA einen Sprecher der iranischen Atombehörde. Es gehe dabei nicht um eine unangemeldete Inspektion iranischer Atomanlagen.

Teheran hatte unangemeldete Kontrollen gemäß des Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag vor einer Woche unterbunden, nachdem die IAEA entschieden hatte, den Atomstreit mit Iran an den Weltsicherheitsrat zu übergeben. Die Entscheidung, Kameras und Siegel entfernen zu lassen, ergebe sich aus diesem Schritt, sagte Assefi. Der UN-Sicherheitsrat soll im Fall Iran erst aktiv werden, wenn Teheran die Forderungen der IAEA - darunter die nach Einstellung aller Aktivitäten zur Urananreicherung - bis zum 6. März nicht erfüllt. Der Westen verdächtigt Iran, das angereicherte Uran zum Bau von Atombomben verwenden zu wollen. Iran hat stets betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.

Der Sprecher der Atombehörde verwies darauf, dass für kommenden Donnerstag in Moskau Gespräche über einen russischen Vorschlag zur Anreicherung iranischen Urans in Russland anberaumt sind. Ein solcher Schritt gilt als möglicher Kompromiss in dem Atomstreit.

Zur Haltung Teherans zum Atomwaffensperrvertrag gab es widersprüchliche Angaben. Assefi sagte am Sonntag, Iran halte am Atomwaffensperrvertrag fest. Es sei jedoch wichtig, dass das Abkommen nicht "instrumentalisiert und politisiert" werde. Am Vortag hatte Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad erneut gedroht, Iran werde seinen Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag nicht mehr nachkommen, sollte der Westen harte Maßnahmen gegen sein Land ergreifen. Iran habe ein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomkraft, sagte Ahmadinedschad auf einer Kundgebung zum 27. Jahrestag der islamischen Revolution vor zehntausenden Zuhörern in Teheran.

Quelle: n-tv.de

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