Politik
Soldaten der Freien Syrischen Armee auf einer Straße in Richtung Al-Bab
Soldaten der Freien Syrischen Armee auf einer Straße in Richtung Al-Bab(Foto: REUTERS)
Montag, 06. Februar 2017

Nachschubroute abgeschnitten: IS-Hochburg in Syrien eingekesselt

Türkische und syrische Truppen schließen den Belagerungsring um eine der letzten IS-Hochburgen in Syrien. Doch nun kommen sich Assads und Erdogans Truppen nahe - die Sorge vor Zusammenstößen wächst.

Syrischen Regierungstruppen ist es gelungen, die letzte Nachschubroute in die strategisch wichtige IS-Hochburg Al-Bab zu kappen. Die Soldaten seien in der Nacht mit Unterstützung verbündeter Milizen aus dem Südosten auf die Stadt in der Provinz Aleppo vorgestoßen, teilte die in England ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Unterstützt wurde die syrische Armee demnach von der libanesischen Hisbollah-Miliz sowie vom russischen Militär.

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Mit Hilfe von Luftangriffen hätten sie die Route durchbrochen, die Al-Bab mit anderen Zentren der Extremistenmiliz in Rakka und Deir al-Sor verbinde. Gleichzeitig hätten vom Norden her die türkische Armee und mit ihr verbündete syrische Rebellengruppen ihre Offensive fortgesetzt. Faktisch sei Al-Bab damit umzingelt. Ein syrischer Armeekommandeur sagte, nur eine enge Passage führe aus der Stadt. Die Soldaten seien aber so weit vorangekommen, dass sie sich fast in Schussweite befänden.

Die Erfolge der syrischen Regierungstruppen und der türkischen Armee bergen das Risiko, dass es zu militärischen Zusammenstößen zwischen ihnen kommt. Zwar bekämpfen beide den IS. Aber das Vorrücken der Türken auf syrischem Territorium ist der Führung in Damaskus ein Dorn im Auge - zumal die türkischen Streitkräfte Rebellen unterstützen, die den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stürzen wollen.

Ein Rebellenvertreter zeigte sich aber zuversichtlich, dass es nicht zu einer solchen Konfrontation kommen werde. Dafür sorgen werde Assads wichtigster militärischer Verbündeter Russland, dessen Beziehungen zur Türkei sich zuletzt verbessert haben.

Quelle: n-tv.de