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Ex-Nato-General Kujat "IS könnte bald Fall für Nato werden"

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Ein Mann schaut aus der Ferne zu, wie Luftangriffe über Kobane geflogen werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wird das westliche Militärbündnis sich bald in den Kampf gegen den Islamischen Staat einschalten? Für Ex-Nato-General Kujat ist dies der nächste logische Schritt. Die Bedrohung durch die Terror-Miliz sollte "an ihrem Ursprungsort" bekämpft werden, fordert er.

Der frühere Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Harald Kujat, rechnet damit, dass die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und Irak schon bald ein Fall für das westliche Verteidigungsbündnis werden dürfte. "Wenn es richtig ist, eine Bedrohung möglichst bereits an ihrem Ursprungsort zu bekämpfen, wovon ich überzeugt bin, dann muss sich die Nato schon bald mit dieser Frage befassen", sagte Kujat der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zwar sei der IS noch keine direkte Gefahr für Deutschland, aber bereits Auslöser von Flucht und Vertreibung.

Den Kämpfern des IS soll es erstmals gelungen sein, ein Kampfjet der internationalen Koalition abzuschießen, das Luftschläge gegen das Terror-Regime geflogen ist. Der Pilot hat dabei überlebt und befindet sich offenbar in der Gewalt des IS.

Skeptisch äußerte sich der frühere deutsche Nato-General zu der neuen Ausbildungsmission der Bundeswehr für kurdische Streitkräfte im Nordirak. Zwar sei er grundsätzlich dafür, die örtlichen Kräfte dort im Kampf gegen den IS zu stärken, er frage sich aber, welche Bedeutung die Ausbildungsmission dafür haben könne.

Kujat äußerte auch Zweifel an den rechtlichen Grundlagen der Mission, da es kein UN-Mandat gebe. Sinnvoll sei daher zumindest der Rahmen eines Nato-Einsatzes. Dies wird offensichtlich auch in der Allianz erwogen. Das Bundeskabinett hatte den Ausbildungseinsatz deutscher Soldaten vergangene Woche beschlossen. Der Bundestag soll im Januar darüber abstimmen.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP

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