Politik

Nicht vom BAMF überprüft Identität von vielen Flüchtlingen ist ungeklärt

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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seinen Sitz in Nürnberg.

(Foto: dpa)

In Deutschland lebt eine "Risikogruppe" von fast 4000 Flüchtlingen, deren Identität unbekannt ist. Statt in einem persönlichen Gespräch, konnten sie ihre Fluchtgründe schriftlich darlegen. Das BAMF macht die Länder dafür verantwortlich.

In Deutschland sind mehrere tausend Asylbewerber noch immer nicht erkennungsdienstlich erfasst worden. "Diese sogenannte Risikogruppe umfasst 3638 Antragsteller aus den Herkunftsländern Syrien und Irak, über die im schriftlichen Verfahren entschieden wurde", berichten das ZDF-Magazin "Frontal 21" und die "Nürnberger Nachrichten". Sie berufen sich auf eine interne Mail des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Die Gruppe gilt als riskant, weil sie nicht persönlich von BAMF-Mitarbeitern angehört wurde, sondern nur einen Fragebogen ausfüllen musste. Das Bamf teilte mit, diese Fälle würden "bis zum 15.07.2017 nachregistriert". Die Fingerabdrücke der Flüchtlinge würden nachträglich mit der Datenbank des Bundeskriminalamtes abgeglichen.

Das BAMF hatte im November 2014 ein beschleunigtes Verfahren für syrische Asylsuchende eingeführt, das später auch auf Antragsteller aus Eritrea und religiöse Minderheiten aus dem Irak ausgeweitet wurde. Dabei wurde auf ein persönliches Anhörungsgespräch verzichtet. Stattdessen konnten die Betroffenen ihre Fluchtgründe in einem Fragebogen schriftlich darlegen.

Bereits Anfang Juni hatte die Behörde eingeräumt, dass - entgegen früheren Angaben - noch nicht von allen Flüchtlingen in Deutschland Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht wurden. Damals sagte eine BAMF-Sprecherin, es handele sich um eine "vierstellige" Zahl von Asylbewerbern. Die Länder hätten im vergangenen Jahr gemeldet, dass alle Flüchtlinge erfasst seien, doch inzwischen habe es "nachträgliche Meldungen" gegeben.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP

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