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IS zerstört Kultur und Geschichte In Mossul leben keine Christen mehr

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Die christliche Minderheit im Irak wird aus der Stadt Mossul vertrieben.

AP

Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat hat mit Todesdrohungen einen Exodus von Christen aus Mossul in kurdische Gebiete ausgelöst. Nach fast zwei Jahrtausenden ist die Stadt nun "christenfrei" - nach Uno-Einschätzung ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die massive Schikane der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) gegen Christen im Irak als mögliches "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" eingestuft. Ban erklärte, er verurteile aufs Schärfste die "systematische Verfolgung von Minderheiten im Irak" durch die Extremisten und mit ihnen verbündete Gruppen. Die IS-Milizen hatten den Christen in der von ihnen kontrollierten Stadt Mossul ein Ultimatum zum Verlassen der einst multireligiösen Metropole gestellt und ihnen andernfalls mit dem Tod gedroht.

Tausende Christen flohen am Wochenende panikartig in die kurdischen Gebiete des Irak, um dort Schutz vor den radikalsunnitischen Kämpfern zu suchen. Die Christen waren vergangene Woche in einer Erklärung der IS-Gruppierung, die Mossul und die umliegenden Gebiete seit einem Monat kontrolliert, aufgerufen worden, zum Islam zu konvertieren und eine Sondersteuer zu zahlen. Andernfalls müssten sie ihre Häuser und die Stadt verlassen.

Augenzeugen berichteten, Rebellenkämpfer hätten in den vergangenen Tagen die Häuser von Christen mit einem "N" für Nassarah markiert. Dies ist der im Koran verwendete Begriff für Christen. Die christliche Minderheit, die seit der Frühzeit des Christentums im Irak lebt, sah sich in den vergangenen Jahren immer wieder Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt. Vor dem Einmarsch des US-Militärs im Jahr 2003 lebten mehr als ein Million Christen im Irak. Mehr als die Hälfte von ihnen hat das Land seitdem verlassen.

Quelle: n-tv.de, jki/AFP

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