Politik

Prostitution In den Niederlanden ein normaler Beruf

Die Niederlande haben als erstes Land der Welt das Verbot der Prostitution abgeschafft. Seit Oktober 2000 sind Bordelle und Prostitution legal. Hurenhäuser werden als gewöhnliche Unternehmen betrachtet und haben daher auch dieselben Pflichten: Sie müssen Steuern entrichten, Hygienevorschriften und das Arbeitsrecht befolgen. Die Prostituierten haben leichteren Zugang zu den Krankenversicherungen.

Die niederländische Regierung will mit der Legalisierung der Prostitution auch der Kampf gegen Zwangsprostitution und die Ausbeutung von Kindern und Ausländern ohne Aufenthaltsgenehmigung verstärken.

Die Aufhebung des 88 Jahre alten Verbots der Prostitution stieß vor allem bei protestantischen Gemeinden auf Unmut. Denn aufgrund des neuen Gesetzes darf die Eröffnung eines Bordells nicht mehr aus moralischen Gründen verboten werden. In etwa jeder fünften niederländischen Stadt war die Prostitution allerdings bereits seit Jahren toleriert worden.

Weil Bordellbesitzer und viele Prostituierte bereits seit Jahren Steuern bezahlten, hat das Gesetz für die Vorsitzende der einzigen Gewerkschaft niederländischer Huren "Roter Draht ", Dick Lavina, auch eher einen symbolischen Wert: Indem es anerkennt, dass Prostitution ein Beruf wie jeder andere ist.

Quelle: ntv.de