Politik
Montag, 20. August 2001

Chronologie des Falles Julia: Indizien führen zum Mörder

Sieben Wochen nach dem gewaltsamen Tod der achtjährigen Julia aus Biebertal bei Gießen ist der Fall aufgeklärt. Die Polizei legte neue Beweise gegen einen 33-jährigen Nachbarn des getöteten und verbrannten Mädchens. Nachfolgend eine Chronologie der Ereignisse.

29. Juni – Julia wird gegen 17. 30 Uhr zum letzten Mal auf einem Spielplatz im Biebertaler Ortsteil Rodheim-Bieber gesehen. Um 22. 40 Uhr geben ihre Eltern eine Vermisstenmeldung auf. 100 Feuerwehrleute machen sich noch in der Nacht auf die Suche nach dem verschwundenen Mädchen.

01 Juli – Julias Eltern appellieren an den Täter, ihre Tochter freizulassen.

03. Juli – In der Nacht wird in einem Wald bei Niddatal rund 60 Kilometer von Julias Haus entfernt eine verkohlte Leiche entdeckt. Dem Obduktionsbericht zufolge geht es um ein sieben bis neun Jahre altes Mädchen mit blonden Haaren, das an einem Schädelbruch gestorben ist. Endgültige Gewissheit soll eine NDA-Analyse bringen.

05. Juli – Die Polizei gibt das Ergebnis des Gentests bekannt: Es handelt sich um Julia. Ihr Erbgut stimmt mit dem der gefundenen Leiche überein.

09. Juli – Die Polizei geht mittlerweile rund 800 Hinweisen nach. Gesucht wird auch nach einem dunklen Pkw-Kombi, den ein Zeuge am Abend der Entdeckung der Leiche in Nähe der Fundstelle gesehen haben will.

11. Juli – Julia wird in ihrem Heimatort Rodheim-Bieber beigesetzt.

13. Juli – Der Fall wird in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY" geschildert. Mehr als 100 neue Hinweise gehen ein.

29. Juli - Einen Monat nach dem Verschwinden Julias hat die Polizei noch keine heiße Spur.

6. August – Ein 33 Jahre alter Nachbar der Familie wird bei einer Benzinverpuffung in seinem Keller schwer verbrannt. Haus und Garten werden durchsucht. Die Polizei stellt zudem an der Bundesstraße 45 Hinweisschilder auf, um nach Zeugen der Leichenverbrennung zu suchen.

7. August – Die Polizei stellt am Originalschauplatz die Verbrennung Julias nach, um zusätzliche Aufschlüsse über den Tatablauf zu gewinnen. Sie glaubt, dass der Täter Brandwunden davon getragen haben muss. Im hessischen Landeskriminalamt beginnen die Analysen des angelieferten Materials. Die Polizei setzt ihre Durchsuchung des Anwesens in Bibertal die nächsten Tage fort.

10. August – Die Polizei gibt bekannt, dass der 33 Jahre alte Nachbar Julias auf einer Bundesstraße in der Nähe des Fundorts der Leiche im Wald geblitzt wurde. Die Radarkamera erfasste den Kombi des Mannes am späten Abend des 3. Juli, kurz bevor der brennende Holzstapel mit der Mädchenleiche entdeckt wurde.

15. August – Die Polizei sucht in Straßengräben, auf Wegen und in der Landschaft nach Gegenständen, die dem Täter gehören könnten.

20. August – Polizei und Staatsanwaltschaft legen in Gießen weitere Beweise vor, die gegen den 33 Jahre alten Nachbarn des Mädchens sprechen. Dazu gehören Latexhandschuhe, Fasern und eine Wasserpistole, die Julia gehörte. Der schwer verletzte Tatverdächtige ist weiter nicht vernehmungsfähig.

Quelle: n-tv.de