Politik

Den Warnungen zum Trotz Iran reichert Uran an

Iran in den vergangenen Tagen mit Vorarbeiten zur Anreicherung von Uran begonnen. Dies verlautete aus diplomatischen Kreisen in Wien. Danach hätten Techniker damit begonnen, in einige Zentrifugen in der Forschungsanlage Natans Gas einzuleiten.

IAEA-Inspekteure bereiteten zusammen mit Iranern den Abbau von Überwachungseinrichtungen in den Atomwerken Isfahan und Natans vor. Gleich danach würde die volle Arbeit in den Anlagen wieder aufgenommen werden, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren suspendiert war, hieß es von iranischer Seite. Je nach Anreicherungsgrad kann Uran der Energiegewinnung oder dem Bombenbau dienen.

Gespräche mit Moskau abgesagt

Zuvor war bekannt geworden, dass Iran die Gespräche mit Russland über einen Moskauer Kompromissvorschlag im Atomstreit vorerst abgesagt hatte. Die für Donnerstag in Moskau geplanten Gespräche über eine gemeinsame Urananreicherung in Russland würden nicht stattfinden, sagte der iranische Regierungssprecher Gholam-Hussein Elham in Teheran. Beide Seiten müssten einen neuen Termin vereinbaren.

Russische Stellen werteten den Aufschub nicht als endgültige Absage. "Unser Vorschlag an Iran, ein Gemeinschaftsunternehmen zur Anreicherung von Uran zu bilden, liegt weiter auf dem Tisch ", sagte ein Sprecher der Atombehörde Rosatom in Moskau. Die Hoffnungen der USA und der europäischen Unterhändler Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf eine Lösung der Iran-Krise konzentrierten sich derzeit auf die russischen Bemühungen.

Bei einer Urananreicherung in Russland würde Iran nicht über den vollständigen Brennstoffkreislauf verfügen. In Teheran sagte der Regierungssprecher, Iran werde die vorgeschlagene Urananreicherung in Russland allenfalls als Ergänzung zur Anreicherung im eigenen Land akzeptieren.

Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich Atomwaffen entwickeln zu wollen. Das Land bestreitet dies. Der Streit spitzte sich zu, nachdem die Internationale Atomenergiebehörde IAEA beschlossen hatte, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten. Die Islamische Republik drohte daraufhin mit der Wiederaufnahme der Uran-Anreicherungsaktivitäten.

Quelle: n-tv.de

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