Politik

Über 1350 Kilometer Reichweite Iran testet neuen Marschflugkörper

16707931.jpg

Teheran beteuert, sein Raketenprogramm sei rein defensiv ausgerichtet. (Archivbild)

(Foto: picture alliance / dpa)

Die iranische Regierung feiert im staatlichen Fernsehen den "erfolgreichen" Test einer neuen Mittelstreckenrakete. Sie sei schnell einsetzbar und fliege besonders tief. Der Westen und Israel sind beunruhigt.

Der Iran hat nach Regierungsangaben einen neuen Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 1350 Kilometern "erfolgreich" getestet. Die Rakete mit dem Namen "Howeiseh" habe eine Strecke von 1200 Kilometern zurückgelegt und ihr Ziel erreicht, sagte der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami im staatlichen Fernsehen. Dort wurden auch Bilder des Raketenstarts ausgestrahlt.

Der Marschflugkörper sei "in der kürzest möglichen Zeit" einsatzbereit und fliege in "sehr geringer" Höhe. Hatami präsentierte die Rakete, die er als "langen Arm der Islamischen Republik Iran" bezeichnete, bei einer Waffenschau anlässlich des 40. Jahrestags der Rückkehr von Ayatollah Khomeini aus dem Exil. Die Rakete sei von Rüstungsexperten im Iran und ohne ausländische Hilfe hergestellt worden, sagte der Minister nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.

Nach einem 2017 veröffentlichen Bericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London arbeitet der Iran an rund einem Dutzend Raketentypen mit einer Reichweite zwischen 200 und 2000 Kilometern. Die Raketen können demnach eine Ladung von bis zu 1200 Kilo transportieren. Der Westen wirft Iran vor, mit seinem Raketenprogramm die Region zu destabilisieren.

UN duldet Raketenprogramm

Laut Teheran ist das Programm defensiv ausgerichtet und dient der nationalen Sicherheit. Besonders die iranischen Mittelstreckenwaffen gelten jedoch als ernsthafte Bedrohung für Irans Erzfeind Israel. Mit einer Reichweite von 2000 Kilometern könnten sie jeden Teil Israels treffen. Teheran aber betrachtet seine Verteidigungsstrategie als legitim, besonders weil sich der Iran von den USA, Israel und Saudi-Arabien bedroht fühlt.

Der Iran hat in dem mittlerweile von den USA aufgekündigten internationalen Atomabkommen von 2015 einer Beschränkung seines Atomprogramms zugestimmt, doch hält er an seinem Raketenprogramm fest. Die UN-Resolution 2231, mit der das Atomabkommen vom UN-Sicherheitsrat angenommen wurde, fordert Teheran zwar auf, auf den Test von Raketen zu verzichten, die mit Atomwaffen bestückt werden können, verbietet die Tests aber nicht explizit.

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP/dpa

Mehr zum Thema