Politik
Montag, 04. Januar 2010

Waffen aus dem Jemen: Islamistische Offensive in Somalia

Die somalische Al-Shabaab-Miliz: Die Waffen sollen aus dem Jemen stammen.
Die somalische Al-Shabaab-Miliz: Die Waffen sollen aus dem Jemen stammen.(Foto: Reuters)

Die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz hat nach blutigen Kämpfen die Stadt Dhusamareb etwa 500 Kilometer nördlich von Mogadischu unter ihre Kontrolle gebracht. Bei den Kämpfen kamen fast 50 Menschen ums Leben, berichtete der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf örtliche Menschenrechtsorganisationen.

Zahlreiche Einwohner seien aus der Stadt geflohen. Der somalische Rundfunksender Radio Garowe berichtete, Al-Shabaab-Kämpfer patrouillierten in den Straßen der Provinzhauptstadt, die bisher von der gemäßigten Ahlu-Sunnah-Miliz kontrolliert wurde.

Ahlu Sunnah unterstützt die Übergangsregierung des gemäßigten Islamisten Sheik Sharif Ahmed. Die somalische Regierung hat die Kontrolle über das von Bürgerkrieg und Gewalt zerrissene Land am Horn von Afrika weitgehend verloren. Ein Regierungssprecher forderte am Montag in der BBC mehr internationale Hilfe. Organisationen wie Al-Kaida gewinnen in Somalia immer mehr Einfluss, sagte er. Die Regierung habe keine Kontrolle über diese Entwicklung. "Mächtigere und stärkere Länder versuchen vergeblich, Al-Kaida zu kontrollieren. Wir können es erst recht nicht", sagte er.

Waffen aus dem Jemen

Der somalische Verteidigungsminister Sheik Yusuf Mohamed Siad Indha Adde hat jemenitischen Rebellen vorgeworfen, der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz Waffen zu liefern. Wie der somalische Rundfunksender Radio Garowe berichtete, sagte der Minister, in die südsomalische Hafenstadt Kismayo seien "zwei Bootsladungen mit leichten Waffen, Munition für Kalaschnikows und Handgranaten geschickt worden, um die Gewalt in Somalia weiter anzuheizen". Augenzeugen bestätigten die Ankunft zweier Boote mit Waffen an Bord. Reporter seien eingeschüchtert und gewarnt worden, nicht über die Lieferung zu berichten.

Die USA und mehrere andere Staaten stufen Al Shabaab als Terrororganisation mit Verbindungen zu Al-Kaida ein. Die Gruppe selbst hat wiederholt von ausländischen Kämpfern in ihren Reihen gesprochen, mehrere Führer der Miliz besuchten Trainingslager von Al-Kaida. Die Miliz hatte zudem vor wenigen Tagen angekündigt, Kämpfer in den Jemen zu schicken und ihren Verbündeten zu helfen, "die Feinde Allahs zu bekämpfen."

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Quelle: n-tv.de