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Russland warnt vor Angriff auf Iran Israel: Atombombe bald fertig

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Russland hilft auch beim Bau des iranischen Atomkraftwerkes Buschehr.

(Foto: dpa)

Israel erwartet, dass der Iran innerhalb von sechs Monaten seine erste Atombombe baut. US-Medien berichten, dass ein früherer sowjetischer Wissenschaftler daran entscheidend beteiligt war. Moskau hilft der Islamischen Republik auch beim Bau des Atomkraftwerkes Buschehr - und warnt vor einem Militärschlag gegen Teheran.

Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Russland erneut vor einem (Un-)Wahrscheinlichkeit einer Iran-Attacke gegen die Führung in Teheran gewarnt. "Ein Angriff wäre ein sehr ernster Fehler, dessen Folgen unabsehbar wären", sagte Außenminister Sergej Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax. "Militärschläge bringen keine Lösungen, sondern nur viele Opfer", sagte Lawrow. Verschiedene Medien hatten Anfang vergangener Woche berichtet, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Ehud Barak seien zu einem Angriff auf den Iran entschlossen.

Informationen von US-Medien zufolge ist die iranische Regierung die entscheidenden Schritte zum Bau einer Atomwaffe allerdings bereits gegangen. Unter Berufung auf nicht namentlich genannte westliche Diplomaten und Atomexperten berichtete die "Washington Post", der frühere sowjetische Atomwissenschaftler Wjatscheslaw Danilenko habe dem Iran dabei mindestens fünf Jahre lang offenbar entscheidend geholfen. Entsprechende neue Geheimdienstinformationen würden den Mitgliedern der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bald vorliegen.

Israel geht davon aus, dass der Iran schon in sechs Monaten über eine Atombombe verfügen könnte und hat deutlich gemacht, dies notfalls mit militärischen Mitteln verhindern zu wollen. Teheran pocht indes auf das Recht auf zivile Nutzung der Atomkraft. Russische Ingenieure stellen derzeit in Buschehr das erste Atomkraftwerk der Islamischen Republik fertig.

Iran bügelt IAEA-Bericht ab

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Anti-USA-Proteste in Teheran.

(Foto: REUTERS)

Westliche Diplomaten erwarten, dass der für Dienstag angekündigte IAEA-Bericht konkrete Hinweise auf eine militärische Dimension des iranischen Atomprogramms enthalten wird. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hatte indes bereits am Wochenende erklärt, der Bericht beruhe auf "falschen Dokumenten".

Die anstehende Veröffentlichung des mit international mit Spannung erwarteten Berichts ist offenbar der Hintergrund der aktuellen Diskussion in Israel über ein militärisches Vorgehen gegen den Iran.

Russland hatte vor kurzem ein Nachgeben von allen Seiten gefordert, um die stockenden Verhandlungen zu erneuern. Dazu hatte Lawrow vorgeschlagen, dass der Iran zunächst einen "vertrauensvollen Schritt" unternehmen müsse. Im Gegenzug könne die "Sechsergruppe" aus Russland, China, Frankreich, den USA und Großbritannien sowie Deutschland dann die gegen Teheran verhängten Sanktionen lockern. Auch Frankreich hatte vor einem Krieg gewarnt.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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