Politik

Nach Ermordung von Soldaten Israel rückt vor

Die israelische Armee ist nach der Ermordung von drei israelischen Soldaten mit Panzern in den Gaza-Streifen eingerückt. Bewaffnete Palästinenser hatten an einer Kreuzung südlich von Hebron im Westjordanland drei israelische Soldaten getötet.

Palästinensische Augenzeugen berichteten, israelische Hubschrauber hätten sechs Raketen auf Gaza-Stadt abgefeuert und eine Gießerei zerstört. Eine nahe gelegene Moschee sei beschädigt worden. Vier Menschen seien verletzt worden. Israelische Militärkreise bestätigten Operationen im Gaza-Streifen, nannten aber keine Details.

Zuvor hatten Palästinenser nach Angaben aus Militärkreisen in der Nähe der jüdischen Siedlung Beit Hagai im Westjordanland aus einem Hinterhalt drei Soldaten getötet. Sowohl die militante Palästinenser-Organisation Hamas als auch die El-Aksa-Brigaden, ein Ableger der Fatah von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat, bekannten sich zu der Tat. Eine Mitarbeiterin des Rettungsdiensts sagte, die Soldaten seien offenbar aus kurzer Entfernung erschossen worden.

Wahlen am Dienstag

Israel hat sich besorgt über eine Zunahme von Gewalttaten vor den Parlamentswahlen am kommenden Dienstag gezeigt. Bei diesen muss die oppositionelle israelische Arbeitspartei das Schlimmste befürchten. Erstmals in ihrer mehr als 50 jährigen Geschichten könnte die Partei auf den dritten Platz der Knesset-Fraktionen abrutschen. Nach übereinstimmenden Umfragen der israelischen Tagespresse vom Donnerstag wird die Partei der Gründungsväter Israels von bisher 25 auf nur noch 18 oder 19 Mandate zurückfallen.

Sie liegt damit nur noch ein Mandat vor der Protestpartei Schinui (Veränderung), die die Zahl ihrer Sitze von bisher sechs auf bis zu 17 fast verdreifachen könnte. Der Likud-Partei von Ministerpräsident Ariel Scharon (bisher 21 Sitze) wird ein Zuwachs auf bis zu 34 Sitze prognostiziert. Alle rechten und religiösen Parteien zusammen werden den Umfragen zufolge eine absolute Mehrheit von etwa 65 der 120 Knessetmandate gewinnen.

Quelle: ntv.de