Politik

Zehntausende feiern Jahrestag der Fatah

Mehrere zehntausend Menschen haben am Mittwoch im Westjordanland und im Gazastreifen den Jahrestag der Gründung der Fatah-Organisation gefeiert. Während der Demonstrationen in zahlreichen Städten in den Autonomiegebieten präsentierten die Teilnehmer ihre Waffen, in Nablus wurde eine lebensgroße Nachbildung des israelischen Ministerpräsident Ariel Scharon verbrannt.

Der palästinensische Präsident Jassir Arafat begrüßte zum Jahreswechsel die internationale Initiative für einen Waffenstillstand im Konflikt mit Israel. In einer Ansprache zum Jahrestag der Fatah-Gründung sagte der palästinensische Präsident am Dienstag in Ramallah: "Wir sind gegen alle Akte der Gewalt gegen israelische und palästinensische Bürger." Arafat ging jedoch nicht auf die Forderungen ein, die der vom internationalen Nahost-Quartett vorgelegte Waffenstillstandsplan an die Adresse der Palästinenser stellt. Dazu gehören die bedingungslose Einstellung der Gewalt.

In Dschenin im Westjordanland hielten die Demonstranten automatische Waffen in die Höhe, im Flüchtlingslager Dschabalija nahe Gaza maskierten sich die Männer und zogen durch die Straßen. Die von Arafat 1965 gegründete Fatah befindet sich seit Jahren im Machtkampf mit den radikalen Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad.

Im Norden des Gazastreifens versuchten unterdessen drei bewaffnete Palästinenser, in eine jüdische Siedlung einzudringen. Die Siedler erklärte, alle drei seien von Soldaten erschossen worden.

Repräsentanten der israelischen Regierung und der Palästinenser trafen sich am Mittwoch, um über die Freigabe von Steuergeldern an die Autonomiebehörde zu beraten. Nach den bisher geschlossenen Abkommen erhebt Israel Zölle auf Güter für die palästinensischen Gebiete und leitet diese an die Autonomiebehörde weiter. Seit September 2000 verweigerte Israel jedoch die Auszahlung mit der Begründung, das Geld diene der Finanzierung des Terrorismus'. In den letzten Monaten hat Israel einen Teil des Geldes freigegeben unter der Bedingung, das amerikanische Vermittler die Verwendung kontrollieren.

Quelle: ntv.de