Politik

2010 vermutlich wärmstes Jahr Jahrzehnt stellt Hitzerekord auf

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Greenpeace-Aktion aus Anlass des Klimagipfels über Chichén Itzá.

(Foto: AP)

Trotz des drastischen Wintereinbruchs in Deutschland dürfte das Jahr 2010 weltweit das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Auch die Jahre 2001 bis 2010 stellen einen neuen Hitzerekord auf. Der Befund ist alles andere als überraschend.

Das zu Ende gehende Jahrzehnt ist das wärmste seit Beginn der Messungen 1850. Das teilte die Welt-Meteorologieorganisation (WMO) mit. Die Durchschnittstemperatur lag nach Angaben der WMO um 0,46 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Damit ist klar, dass die Annahme, die globale Erwärmung lege eine Pause ein, falsch ist.

Auch das Jahr 2010 dürfte das bislang wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. "Es ist fast sicher, dass 2010 unter den drei wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen ist", sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud am Rande der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún, wo mehr als 190 Staaten um den künftigen internationalen Klimaschutz ringen.

Der Befund ist nicht überraschend. Das bisherige Rekordjahr war 2005, gefolgt von 2009. Die zwölf wärmsten Jahre fanden alle nach 1995 statt.

Jarraud äußerte die Hoffnung, dass die Daten die Staaten bei den Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen anleiten würden. Sollte nichts getan werden, warnte Jarraud, werde die Temperaturkurve weiter steigen.

2010 in Deutschland relativ kühl

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Kalte Winter sind auch bei global steigenden Temperaturen möglich - in Europa möglicherweise sogar wahrscheinlich.

(Foto: dpa)

In Deutschland und einigen anderen eng begrenzten Regionen sei das Jahr 2010 jedoch relativ kühl gewesen, vermerkt die WMO. Für einige Länder Europas wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich werde 2010 wahrscheinlich sogar das kälteste Jahr seit 1996. Das liege vor allem am vergangenen Winter mit seinen tiefen Temperaturen. Auch in Teilen Sibiriens, Südamerikas, Ostchinas und im Südosten der USA seien die Temperaturen relativ niedrig gewesen. Besonders stark hätten sich dagegen Afrika sowie Teile von Asien, der Arktis und Kanada erwärmt.

Kalte Winter stehen keineswegs im Widerspruch zur globalen Erwärmung. Dies liegt zunächst daran, dass es bei der Erwärmung um die globale Mitteltemperatur geht, die mit regionalen Wetterereignissen vergleichsweise wenig zu tun hat. Zudem haben Klimaforscher kürzlich nachgewiesen, dass die globale Erwärmung in Europa kalte Winter zur Folge haben könnte.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/AFP