Politik
Freitag, 13. Februar 2004

Staatsfeind Moskaus: Jandarbijew in Katar getötet

Der frühere tschetschenische Präsident Selimchan Jandarbijew ist am Freitag in seinem Auto bei einer Explosion im Golfstaat Katar ums Leben gekommen. Der 51-Jährige galt als islamischer Extremist, den die russische Regierung mit der El-Kaida-Organisation von Osama bin Laden in Verbindung brachte.

Nach Polizeiangaben erlag der in Katar im Exil lebende Jandarbijew am Freitag in einem Krankenhaus seinen Verletzungen, die er bei der Detonation in Doha, der Hauptstadt von Katar, erlitten hatte. Auch zwei Begleiter des Ex-Präsidenten wurden getötet. Jandarbijews 13-jähriger Sohn überlebte mit schweren Verbrennungen. Die Ursache der Explosion blieb zunächst unklar.

Ein Krankenhaussprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Jandarbijew habe gerade eine Moschee nach dem Freitagsgebet verlassen, als sich die Detonation ereignete. Der arabische Fernsehsender El Dschasira zeigte Bilder, auf denen neben verkohlten Teilen eines Geländewagens Blutlachen zu sehen waren. Sanitäter trugen einen mit einem Laken bedeckten Körper weg. "Wir hörten einen lauten Knall und dann brannte das Auto. Ein junger Mann fiel aus dem Wagen", berichtete ein Augenzeuge.

Jandarbijew lebte seit gut drei Jahren in Doha. Er ist der erste tschetschenische Separatist, dessen Name auf Drängen Russlands auf eine Liste der Vereinten Nationen mit Gruppen und Personen aufgenommen wurde, die Verbindungen zur Extremisten-Organisation El Kaida unterhalten sollen. Russland führt seit fast zehn Jahren einen Kampf gegen Separatisten in dem von Moslems dominierten Tschetschenien. Dabei sind bereits Zehntausende ums Leben gekommen. Jandarbijew war nach Einschätzung Russlands ein wichtiger Unterstützer islamischer Extremisten.

Tschetschenische Rebellen machten die russische Regierung für seinen Tod verantwortlich. Ein Mitarbeiter Jandarbijews sprach auf einer Internetsite der Rebellen von "Terroristen des Kreml", die Bomben benutzten. Dagegen vermutete ein tschetschenischer Abgeordneter des russischen Parlaments, dass Anführer des internationalen Terrorismus in den Tod Jandarbijews verwickelt seien.

Quelle: n-tv.de