Politik

Amt weg, Geld weg, von Interpol gejagt Janukowitsch erlitt offenbar Herzinfarkt

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Eine offizielle Bestätigung für Janukowitschs Erkrankung gibt es nicht.

(Foto: REUTERS)

Der gestürzte Präsident der Ukraine, Janukowitsch, soll in seinem russischen Exil einen schweren Herzinfarkt erlitten haben. Sein Zustand sei kritisch, berichten russische Medien. Interpol prüft derweil eine internationale Fahndung im Fall des Zwei-Meter-Manns.

Die schwere politische Krise in seinem Land hat dem gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch möglicherweise auch gesundheitlich zugesetzt. Nach Angaben russischer Medien soll Janukowitsch in seinem russischen Exil einen schweren Herzinfarkt erlitten haben. Laut der Zeitung "Moskovsky Komsomolets" wurde er in eine Moskauer Klinik eingeliefert. Sein Zustand sei kritisch. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür allerdings nicht.

Um Janukowitsch habhaft zu werden, stellte die Kiewer Übergangsregierung unterdessen einen Antrag an die internationale Polizeibehörde Interpol, Janukowitsch weltweit zur Fahndung auszuschreiben. Das Gesuch sei am Mittwoch eingegangen, erklärte Interpol jetzt. Eine so genannte Rote Notiz zur Festnahme und Auslieferung Janukowitschs soll an alle 190 Interpol-Mitgliedsländer und damit auch an Russland gehen. Interpol betonte aber, die Mitgliedsstaaten könnten nicht zu einer Festnahme gezwungen werden.

Janukowitsch hatte im November als Präsident eine Annäherung der Ukraine an die EU auf Eis gelegt und provozierte damit Proteste in der Ukraine mit fast 100 Toten. Der Zwei-Meter-Mann floh anschließend nach Russland. Die ukrainische Übergangsregierung wirft dem Ex-Präsidenten Machtmissbrauch und "Massentötungen" vor und will ihn vor Gericht stellen.

EU friert Konten ein

Erst am Donnerstag hatte die EU als Reaktion auf das gewaltsame Vorgehen ukrainischer Sicherheitskräfte gegen Demonstranten auf dem Maidan das Vermögen Janukowitschs eingefroren. Darüber hinaus finden sich auf einer im EU-Amtsblatt veröffentlichten Liste 17 weitere Ukrainer, darunter zwei Söhne Janukowitschs sowie der ehemalige Innenminister Witali Sachartschenko und Ex-Ministerpräsident Mikola Asarow. Die EU-Mitgliedsländer hatten sich am Mittwoch auf die Maßnahmen geeinigt.

Russland sieht Janukowitsch zwar noch immer als legitimen Staatschef der Ukraine an, räumt ihm allerdings keine politische Zukunft mehr ein.

Quelle: n-tv.de, ppo/rts

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