Politik

Abschlussbericht zu Fukushima Japan erlag Sicherheitsmythos

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Medienvertreter besuchen Reaktor Nummer 4, der derzeit die größten Probleme bereitet.

(Foto: dapd)

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima ist das größte atomare Unglück seit dem Supergau in Tschernobyl 1986. Der Abschlussbericht der Regierung lässt nun den Schluss zu, dass Japan den folgenschweren Unfall hätte verhindern können.

Die Atomkatastrophe in Fukushima ist nach Ansicht der japanischen Regierung auch Folge eines "Sicherheitsmythos". Nicht nur das mangelhafte Verhalten des Betreiberkonzerns Tepco sei zu beklagen, auch die Atomaufsicht habe zu sehr auf die Sicherheit von Atomkraft vertraut, heißt es im Abschlussbericht eines von der Regierung ernannten Untersuchungsgremiums. Das Gremium hegt laut Medienberichten auch weiterhin Zweifel daran, ob tatsächlich das Erdbeben maßgeblich die Katastrophe auslöste, bevor der Tsunami am 11. März 2011 zuschlug.

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Japans Regierung löst heftigen Protest aus, weil sie wieder Atomstrom ins Energienetz einspeist.

(Foto: dpa)

Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte ein Untersuchungsausschuss des Parlaments Japan hat vollkommen versagt Die unabhängigen Experten stellten sowohl der Regierung als auch der Atomlobby ein vernichtendes Zeugnis aus. Demnach war das Unglück im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi vorhersehbar und vermeidbar gewesen.

Die Folgen der dreifachen Kernschmelze im AKW Fukushima Daiichi sind auch knapp eineinhalb Jahre nach der Katastrophe zu spüren. Mehr als 100.000 Menschen können bis heute nicht in ihre Heimat zurückkehren. Außerdem ist die Atomruine noch immer nicht unter Kontrolle. Sorgen bereitet ein Abklingbecken des Reaktors 4, wo 1535 Brennstäbe nach einer Wasserstoffexplosion im Reaktorgebäude praktisch ungeschützt Abklingbecken sicher vor Beben in 30 Metern Höhe liegen.

In der vergangenen Woche hatte Tepco testweise zwei Stäbe herausgeholt. Nach Einschätzung der Regierung kann frühestens in zehn Jahren damit begonnen werden, die Reaktoren 1 bis 4 zu entkernen. Der vollständige Rückbau des Atomkraftwerks dürfte danach etwa 30 bis 40 Jahre dauern.

Die Kernschmelze in Fukushima war der schwerste Atomunfall seit der Tschernobyl-Katastrophe im Jahre 1986.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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