Politik

Nordkoreas Raketentest Japan sieht keine Gefahr

Der mutmaßliche Test einer Rakete durch Nordkorea stellt nach japanischer Einschätzung keine Gefahr für Ost-Asien dar. "Derzeit gehen wir davon aus, dass die fragliche Rakete vermutlich nur eine sehr kurze Distanz überwunden hat", sagte eine Sprecherin des japanischen Verteidigungsministeriums am Montag. Damit sei kein direkter Einfluss auf die Sicherheit des Landes festzustellen. Japan ist seinen Angaben zufolge noch dabei, die Berichte über den Raketenabschuss zu prüfen und herauszufinden, ob er stattgefunden habe. Nordkorea steht im Verdacht, Atomwaffen zu besitzen.

Auch südkoreanische Regierungsvertreter sahen keine unmittelbare Gefahr für die Region: "Kann diese Rakete mit einem atomaren Gefechtskopf ausgerüstet werden? Nicht wirklich", sagte ein Vertreter, der nicht genannt werden wollte. "Aber wir sagen natürlich auch nicht, dass das eine gute Sache war."

Der Test hat US-Angaben zufolge am Sonntag stattgefunden. Die Rakete habe offenbar eine Reichweite von rund 100 Kilometern gehabt und landete im Japanischen Meer. Unter Berufung auf japanische Regierungskreise hatte die Nachrichtenagentur Kyodo gemeldet, bei dem Geschoss habe es sich um ein Boden-Schiff- oder eine ballistische Rakete gehandelt.

1998 hatte Nordkorea eine ballistische Rakete über Japan hinweg getestet. Obwohl Pjöngjang behauptete, es sei ein Satellitenstart gewesen, hatte sich Japan veranlasst gesehen, die Erforschung eines Raketenabwehrsystems gemeinsam mit den USA zu beginnen.

Im Mai 1993 hatte Nordkorea eine Rakete vom Typ Rodong-1 mit einer geschätzten Reichweite von 1000 Kilometern in Richtung des Japanisches Meeres abgefeuert. Der Abschuss war zu einer Zeit erfolgt, als die Verhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington über das nordkoreanische Atomprogramm ins Stocken geraten waren. Im Februar dieses Jahres erklärte Nordkorea offiziell, Atomwaffen zu besitzen, und kündigte zugleich seinen Rückzug von den Sechs-Länder- Gesprächen unter Beteiligung der USA, Südkoreas, Japans, Chinas und Russlands an.

Quelle: ntv.de