Politik

Ahmadinedschad warnt Westen "Jesus wird wiederauferstehen"

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Deutschland, Großbritannien und Frankreich vor Maßnahmen gegen das iranische Atomprogramm gewarnt. "Wenn diese drei europäischen Länder weiter darauf bestehen, die iranische Nation von der Wahrnehmung ihrer (nuklearen) Rechte abzuhalten, dann sollten sie wissen, dass das iranische Volk dies als Feindseligkeit betrachten und sein Vorgehen entsprechend ändern würde", sagte Ahmadinedschad.

"Führt den Iran nicht an der Nase herum, denn die Freundschaft mit dem Iran wird zum Wohle Eurer Zukunft sein", sagte der Präsident in der vom Fernsehen übertragenen Rede weiter. Er bekräftigte, dass der Iran an seinem Atomprogramm festhalten werde, "auch wenn es hundert Mal so viele Drohungen gäbe".

Offenbar gemünzt auf die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush warf Ahmadinedschad dem Westen vor, nicht im Einklang mit den Lehren von Jesus Christus zu handeln. "Obwohl sie leider behaupten, Jesus zu folgen, begehen gewisse westliche Mächte Grausamkeiten", sagte Ahmadinedschad. "In nicht ferner Zukunft", so der Präsident weiter, werde Jesus wiederauferstehen und an der Seite des Imam Mahdi die weltweite Unterdrückung beenden. Die Schiiten glauben, dass der Mahdi, der "verborgene zwölfte Imam", bei Anbruch der Apokalypse zurückkehren und die Welt retten wird.

US-Navy schickt Flugzeugträger in den Golf

Die US-Navy will einem Medienbericht zufolge als Warnung an den Iran ihre Präsenz in der Golfregion deutlich erhöhen. Dazu solle ein zweiter Flugzeugträger in die Region entsandt werden, berichtete der Fernsehsender CBS unter Berufung auf ungenannte Vertreter des US-Militärs. Die Aufstockung ziele nicht auf einen Angriff auf den Iran, sondern solle die Regierung in Teheran von provokativen Handlungen abhalten.

Ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums bezeichnete den Bericht als "voreilig" und sagte, er scheine "Schlussfolgerungen aus Annahmen" zu ziehen. Ihm seien keine Pläne für eine größere Veränderung bei der Navy-Aufstellung bekannt. Ein anderer Vertreter des Ministeriums bezeichnete den Bericht als "spekulativ", eine Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

In dem CBS-Beitrag wurde darauf verwiesen, dass Irans Marine-Manöver im Golf sowie sein Atomprogramm und die Unterstützung der Regierung in Teheran für schiitische Milizen im Irak in der US-Regierung mit Sorge beobachtet würden.

Einigung bei Iran-Sanktionen angeblich in Sicht

Derweil zeichnet sich im Ringen um Sanktionen gegen den Iran eine Einigung ab. Russland äußerte sich am Dienstag positiv über einen neuen Entwurf, über den der UN-Sicherheitsrat nach dem Wunsch seiner westlichen Mitglieder noch in dieser Woche abstimmen soll. Die von Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorgeschlagene Resolution trage in weiten Teilen den bisherigen russischen Bedenken Rechnung, sagte Außenminister Sergej Lawrow der Nachrichtenagentur Interfax.

"Wir rechnen damit, dass wir zu einem Konsens im UN-Sicherheitsrat kommen, der die Iraner zu Verhandlungen und in allen noch offenen Fragen zu einer vollen Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde bringt", sagte Lawrow. Die Behörde in Wien hat eine Liste an Fragen zum iranischen Atomprogramm erstellt und schließt nicht aus, dass es militärischen Zwecken dient. Der Iran steht seit langem im Verdacht, an Atomwaffen zu arbeiten, hat aber immer wieder erklärt, sein Nuklearprogramm ausschließlich zur Stromerzeugung aufzubauen.

Mit der Resolution reagiert der UN-Sicherheitsrat darauf, dass der Iran am 31. August eine Frist zum Einlenken verstreichen ließ, ohne wie gefordert seine Urananreicherung auszusetzen. Die Technik kann zum Atomwaffenbau genutzt werden.

Russland hat zuletzt vor allem ein Reiseverbot für Vertreter der iranischen Führung und das Einfrieren iranischen Vermögens abgelehnt. Der neue Entwurf konzentriere sich nun "auf die Bereiche der atomaren Aktivitäten, die die Bedenken der IAEA in Wien erregen", sagte Laworw. Dabei nannte er neben der Uran-Anreicherung die chemischen Prozesse zur Herstellung von Brennelementen und Schwerwasser, "genauso wie eine begrenzte Lieferung von Material und Technik, die mit dem Aufbau von atomaren Waffensystemen zu tun haben".

Russland hat enge Wirtschaftsbeziehungen zum Iran und setzt sich seit Monaten für eine gemäßigte Reaktion der internationalen Gemeinschaft ein.

Quelle: ntv.de