Politik

Teheran gesteht Journalistin zu Tode geprügelt

In Iran ist eine kanadisch Journalistin iranischer Herkunft im Gefängnis zu Tode geprügelt worden, wie die Regierung in Teheran am Mittwoch einräumte. Zahra Kazemi war vergangenen Freitag gestorben; als Todesursache gaben die Behörden zunächst einen Schlaganfall an. Dies wurde von Verwandten Kazemis und der iranischen Opposition angezweifelt. Die freie Fotografin aus Quebec war am 23. Juni verhaftet worden, weil sie Fotos von den Studentenprotesten gegen die islamistischen Machthaber vor dem Teheraner Evin-Gefängnis schoss.

"Sie starb an Hirnblutungen in Folge von Schlägen", sagte der reformorientierte Vizepräsident Mohammed Ali Abtahi auf einer Pressekonferenz. Es werde ermittelt, wie es zu den tödlichen Schlägen gekommen sei. Ein Regierungssprecher fügte hinzu, die Schuldigen würden zur Verantwortung gezogen.

Freunde hatten die 54 Jahre alte Fotoreporterin kurz vor ihrem Tod im Krankenhaus besucht und berichtet, sie sei nicht bei Bewusstsein und habe Schnitte und Prellungen am Kopf und im Gesicht. Reformpolitiker verurteilten daraufhin das Vorgehen der Sicherheitskräfte, die von Hardlinern kontrolliert werden.

Der Tod Kazemis hat zu einer ernsten Verstimmung zwischen Kanada und Iran geführt. Iran wies am Mittwoch Drohungen Kanadas über eine Gefährdung der Beziehungen zu Teheran im Zusammenhang mit dem Tod der Journalistin zurück. Kanadas Vize-Regierungschef John Manley hatte vor einer "drastischen" Verschlechterung der Beziehungen gewarnt, sollte die Leiche nicht wie gefordert nach Kanada überführt werden.

Quelle: n-tv.de