Politik

Serbien und Montenegro Jugoslawien verschwindet

Das jugoslawische Parlament hat mit der Zustimmung zu einer neuen Verfassung die Bundesrepublik Jugoslawien aufgelöst und den Staat Serbien-Montenegro proklamiert. In der Bürgerkammer des Parlaments stimmten 84 von 138 Abgeordneten für die von der Europäischen Union vermittelte Staatengemeinschaft, die den Weg für eine weitere Annäherung an die EU freimachen soll.

Damit verschwindet Jugoslawien nach 84 Jahren von den Landkarten. Noch am Abend riefen die politischen Führer beider Republiken den neuen Staat feierlich aus.

Der EU-Chefdiplomat Javier Solana, der für die neue Union vermittelt hatte, äußerte sich "wirklich zufrieden". Er hoffe, dass die Öffnung der Tür zur europäischen Integration Realität werde. Der serbische Regierungschef Zoran Djindjic sagte, es sei ein gesunder Kompromiss erzielt worden. Er erwarte, dass die neue Verfassung zu einem gemeinsamen Markt führen und die Annäherung Serbiens und Montenegros an die EU entblockieren werde.

Belgrad bleibt vorerst Hauptstadt der neuen Union, einige gemeinsame Institutionen werden aber ihren Sitz in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica haben. Das neue Parlament soll 126 Abgeordnete haben - 91 aus Serbien und 35 aus Montenegro. Nach drei Jahren hat das nach Unabhängigkeit strebende Montenegro wie auch Serbien die Möglichkeit, eine Volksabstimmung über die vollständige Auflösung der Beziehungen zwischen beiden Staaten anzuberaumen.

Der Staat Jugoslawien war 1918 als Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gegründet worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es unter kommunistischer Regierung in eine Föderation von sechs Republiken umgewandelt. Zu Beginn der 90er Jahre fiel die Föderation in mehreren blutigen Bürgerkriegen auseinander. Seit 1992 gehören nur noch Serbien und Montenegro zu Jugoslawien.

Quelle: n-tv.de