Politik

"Elite der Nation" ermordet? Kaczynski glaubt an Anschlag

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Russische Soldaten befreien das Mahnmal an der Absturzstelle in Smolensk von Schnee.

(Foto: REUTERS)

Im Mai 2010 kommen bei einem Flugzeugunglück 96 polnische Staatsbürger ums Leben. Unter ihnen der damalige Staatspräsident Lech Kaczynski und weitere Vertreter der politischen und militärischen Elite des Landes. Kurz nach dem Unglück machen Verschwörungs- und Anschlagstheorien die Runde. Jetzt legt der Bruder des verstorbenen Präsidenten nach.

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Jaroslaw Kaczynski hat so ein Gefühl. Beweise hat er nicht.

(Foto: REUTERS)

Zwei Jahre nach dem Absturz der polnischen Präsidentenmaschine über dem russischen Smolensk hat Polens nationalkonservativer Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski erneut Vermutungen über einen Anschlag geäußert. "Ich habe das Gefühl, dass Präsident Lech Kaczynski ermordet wurde", sagte der Zwillingsbruder des Getöteten dem Onlineportal Onet. Die Maschine des Präsidenten war am 10. April 2010 beim Landeanflug auf Smolensk abgestürzt. Mit Lech Kaczynskis und dessen Frau starben bei der Katastrophe mehr als 90 Vertreter der politischen und militärischen Elite Polens.

"In Polen und im Ausland gab es Personen, denen der Tod von Lech Kaczynski nutzte", sagte Jaroslaw Kaczynski. Die Wahrheit über den Absturz müsse endlich ans Licht kommen. Vieles weise auf einen Anschlag hin. Vor allem in nationalkonservativen Kreisen in Polen hatten Verschwörungs- und Anschlagstheorien schon kurz nach dem Anschlag die Runde gemacht.

Nach einer Umfrage der Zeitung "Gazeta Wyborcza" sind 18 Prozent der Polen der Meinung, dass es sich bei dem Absturz in Wahrheit um einen Anschlag auf Kaczynski gehandelt habe. Nur 28 Prozent der vor dem zweiten Jahrestag der Katastrophe Befragten glauben an einen Pilotenfehler als Unglücksursache und damit an das Ergebnis der polnischen wie auch der russischen Ermittler. Dagegen sind 32 Prozent der Befragten überzeugt, dass die russischen und polnischen Behörden die Wahrheit über den Absturz vertuschen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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